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Saatkrähen in Puchheim – Vergrämungsmaßnahmen für diese Brutsaison beendet

Saatkrähen gehören zu den Singvögeln und sind somit durch das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 Abs. 1 BNatSchG) geschützt. Vieles wird über ihre Intelligenz und ihre erstaunlichen Strategien bei der Futterbeschaffung berichtet. Dennoch sind diese beeindruckenden Tiere meist wenig beliebt. Die Tatsache, dass Saatkrähen Koloniebrüter sind und diese Brutgebiete, die sich ursprünglich in offenen Landschaften mit Gehölzgruppen befanden, inzwischen fast ausschließlich innerhalb von Städten und Gemeinden anzutreffen sind, führt häufig zu Konflikten mit den Bewohner:innen der angrenzenden Wohnbebauung.

Auch in Puchheim fühlen sich die Anwohner:innen in der Nähe der Brutkolonie im Schopflachwäldchen von den Saatkrähen erheblich gestört. Seit 2011 führt die Stadt Vergrämungsmaßnahmen durch, um die Belastung der Bevölkerung möglichst gering zu halten. Alle Maßnahmen müssen stets im Vorfeld von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden. Da auch einige Nachbarkommunen betroffen sind, finden die Maßnahmen in enger Absprache statt. Am 31. März ist die Frist für die Umsetzung der diesjährigen Maßnahmen abgelaufen und die Saatkrähen dürfen nicht weiter gestört werden. Spätestens Ende Juni sind die Jungvögel ausgeflogen und es kehrt wieder Ruhe ein. Wichtig ist jetzt, die Tiere nicht zu stören. Jede Störung verursacht eine Verlängerung der Brut- und Nestlingsperiode und somit der von vielen beklagten Belästigungen.

Ende April werden die Nester gezählt und kartiert, so dass dann konkrete Aussagen über die aktuelle Entwicklung der Brutkolonie getroffen werden können. Die Ergebnisse fließen dann in die Planung der Maßnahmen für die kommende Brutsaison mit ein.

Die Bemühungen der Stadt, die Belastungen durch die Saatkrähen zu reduzieren sind sehr umfangreich. Erfreulich ist die gute Zusammenarbeit mit den Bürger:innnen, wenn es um die Meldungen neu gebauter Nester geht. Wichtig ist aber auch, die Saatkrähen auf keinen Fall zu füttern. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass sie sich dort, wo sie gefüttert werden, auch zum Brüten niederlassen und so neue Splitterkolonien entstehen. Hier bitten wir um Ihr Verständnis und um Ihre Unterstützung.

Veröffentlicht im April 2022.

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