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Stadtnatur – Wildbienengarten nimmt Form an

Nachdem im vergangenen Jahr mit dem Stadtnatur-Pfad am Planieweg ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt und der Umweltbildung realisiert worden ist, wurde im Frühjahr mit der Umsetzung eines weiteren Umweltprojekts begonnen. An der Alten Bahnhofstraße / Ecke Mühlstetterweg entsteht auf einer Fläche von circa 1.200 Quadratmetern der sogenannte Wildbienengarten. Einiges ist hier schon passiert. Auf einem Teil der Fläche wurde der Oberboden abgetragen und durch ein Kies-Sand-Gemisch ersetzt. Hier entsteht eine sogenannte Ruderalfläche. Ruderalflächen sind wichtige Rückzugsgebiete für zahlreiche Wildpflanzen und Tiere. Obwohl die Fläche nicht eingesät wird, entwickelt sich hier allmählich eine artenreiche Flora. Den Anfang machen in der Regel kurzlebige Arten wie beispielsweise Ackersenf und Klatschmohn. Sie keimen schnell und produzieren eine große Menge langlebiger Samen. Nach zwei bis vier Jahren kommen Arten wie Natternkopf und Königskerze hinzu. Eine Ruderalfläche ist also eine sich stets weiterentwickelnde Lebensgemeinschaft.

Direkt angrenzend an die Ruderalfläche wird ein sogenannter Magerstandort angesät, der gleich zu Beginn eine hohe Artenvielfalt aufweist. Außerdem wird noch eine artenreiche Fettwiese angelegt, auf der weitere typische Arten wachsen.

Da ungefähr 75 Prozent aller heimischen nestbauenden Wildbienenarten im Erdboden nisten, wurde ein sogenanntes Sandarium angelegt. Dieses besteht, wie der Name schon sagt, aus (ungewaschenem) Sand. Weibchen von Sand-, Furchen-, Seiden-, Langhorn- und Schmalbienenarten legen hier ihre Brutgänge an. Als gute Ergänzung zum Sandarium wird eine Wildbienennisthilfe aufgestellt, die mit verschiedenen Materialien wie beispielsweise Tonsteinen und Hartholzklötzen gefüllt ist. Hier nisten Mauerbienen, Scherenbienen, Löcher- und Maskenbienen.

Auch eine Kräuterspirale ist bereits angelegt, da zahlreiche Kräuter Nahrungspflanzen für Wildbienen, aber natürlich auch für weitere Insekten sind. Sträucher wie Felsenbirnen, Schlehen und Johannisbeeren sind gute Wildbienenweiden und werden daher im Wildbienengarten angepflanzt. Sie sind als Nahrungsquellen jedoch nicht nur für Wildbienen und andere Insekten, sondern auch für Vögel interessant, und zu guter Letzt können auch wir davon naschen. Im Wildbienengarten werden dann im Herbst noch zahlreiche Stauden gepflanzt, ein Totholzhaufen angelegt und vieles mehr.

Gerne können Sie uns dabei unterstützen. Tatkräftige Helfer aller Altersklassen sind stets herzlich willkommen. Nehmen Sie bei Interesse doch einfach Kontakt mit dem Umweltamt der Stadt unter Tel. 089/80098-158 oder E-Mail umwelt@puchheim.de auf.

Veröffentlicht im April 2020.

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