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10 Jahre Stadt Puchheim – Veranstaltungsreihe „Der Runde Tisch“: Wagnis Wohnen

Zum zehnjährigen Jubiläum der Stadterhebung finden in Puchheim im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der Runde Tisch“ von April bis November 2021 Expert:innengespräche statt. Im gegenseitigen Austausch werden gesellschaftlich relevante Themen angesprochen, die für die Ausrichtung der Stadtpolitik in den nächsten zehn Jahren von Bedeutung sein werden. Den Auftakt der Reihe bildete am 30. April der Runde Tisch zum Thema „Generationengerechtigkeit“. Am 21. Mai wurde der zweite Runde Tisch zum Thema „Wagnis Wohnen“ einberufen.

Für ein funktionierendes Zusammenleben innerhalb der Stadtgesellschaft stellt die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum ein zentrales Element dar. Die Schaffung von neuem Wohnraum, das Entwerfen neuer Quartiere und ihre Integration in die Umgebung sowie die Organisation neuer Wohnformen für verschiedene Bedarfsgruppen sind Aufgaben, die sich insbesondere für Kommunen im dicht besiedelten Ballungsraum der Metropole München stellen. Bürgermeister Norbert Seidl diskutierte das Thema Wohnen gemeinsam mit Johann Stürzer, Geschäftsführer WEP mbH, Marlies Eller vom Asylhelferkreis, Pfarrer Axel Schmidt von der Ev. Auferstehungskirche, Innenarchitekt Peter Trunzer, Rut-Maria Gollan von der Wohnbaugenossenschaft Wagnis e.G., Maria Götz, Mieterin aus der Planie, sowie aus dem Stadtrat Bauingenieur Thorsten Heil, Immobilienmakler und -sachverständiger Hans Knürr und Stadtentwicklungsreferent Jean-Marie Leone. Seitens der Stadt waren vertreten Stella Wächter, Stadtplanung, und Julia Bense, städtisches Liegenschaftsamt.

Rut-Maria Gollan berichtete von dem Projekt WAGNIS-Art. Das genossenschaftliche Wohnprojekt zeichnet sich durch einen ökologischen Baustandard und neue Wohnformen aus, die durch den gemeinschaftsorientierten Ansatz überhaupt erst ermöglicht werden.

In der anschließenden Diskussion lag besonderes Augenmerk auf dem Wohnungsmarkt in ländlichen Gegenden im Vergleich zum Ballungsraum. Stadtplanerin Stella Wächter betonte, der Puchheimer Stadtrat müsse sich entscheiden, ob Puchheim sich künftig als urbaner Teil des Ballungsraums mit eigenem Charakter verstehen oder die zum Teil dörfliche Baustruktur weiterführen möchte. Aus rechtlicher Sicht sei die Kommune zur Innenentwicklung und dem sparsamen Umgang mit dem Boden verpflichtet. Bei den Teilnehmenden herrschte überwiegend Zustimmung zu diesen Aussagen. Stadtrat Jean-Marie Leone entgegnete, dass Puchheim keine reine Schlafstadt sei, denn Identität und Arbeitsplätze vor Ort seien vorhanden.

Die Expert:innen beleuchteten unterschiedliche Modelle und Ansätze zur Schaffung von neuem Wohnraum. Auch das Thema Leerstand wurde aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Beispielsweise gebe es immer noch Gegenden, in denen Gebäude leer stünden. Diese könnten, unter anderem durch ein ausreichendes Platzangebot für Arbeitende im Home Office, wieder attraktiv gestaltet werden und den Ballungsraum entlasten.

Die Diskussionen und Redebeiträge waren so anregend, dass nicht alle für die Runde vorgesehenen Punkte besprochen werden konnten. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass das Thema „Wohnen“ noch viele Stunden Gesprächsstoff bietet. Zum Abschluss tauschten die Anwesenden untereinander ihre Erwartungen zu den unterschiedlichen Positionen im breiten Akteursfeld „Wohnen“ aus.

Foto: Die Teilnehmenden der Veranstaltung „Wagnis Wohnen“ im Rahmen der Reihe „Runder Tisch – Zukunft gemeinsam gestalten“.

Veröffentlicht im Juni 2021.

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