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Bürgerversammlung in Puchheim-Ort am 7. November 2018

Bürgerversammlung Puchheim-Ort 2018 Norbert Seidl
Erster Bürgermeister Norbert Seidl auf der Bürgerversammlung 2018 in Puchheim-Ort

Rund 50 Ortler besuchten am 7. November die erste der beiden Puchheimer Bürgerversammlungen 2018, die in diesem Jahr ihren Auftakt in Puchheim-Ort nahmen. Nach einer musikalischen Einstimmung durch ein kleines Ensemble des Puchheimer Blasorchesters hieß Erster Bürgermeister Norbert Seidl die Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter von Presse, Verwaltung und Polizei, die anwesenden Stadträte und Beiräte, die Feuerwehr sowie die Vereine herzlich willkommen. Bevor der Bürgermeister mit seinem Bericht startete, betonte er die Wichtigkeit der Bürgerversammlungen, da die Anwesenden ihm damit die Möglichkeit gäben herauszufinden, was die Menschen in der Stadt gerade beschäftige. Warum kämen 95 Prozent nicht an einem solchen Abend, seien sie alle zufrieden? Sein Traum sei es, dass 1.000 Leute oder mehr kämen.

 

In seinem Bericht ging der Bürgermeister unter anderem überblicksartig auf die Themenbereiche Finanzen, Gesellschaft und Soziales, Kultur, Engagement und Ehrenamt, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Mobilität ein. Er betonte das gute Ergebnis von 5,5 Millionen Euro im Jahresabschluss 2017. Auch im Jahr 2018 werde das Ergebnis voraussichtlich positiv sein. Erträge und Aufwendungen seien in diesem Jahr mit jeweils ungefähr 50 Millionen Euro auf Rekordniveau. Erfreulich seien auf der Ertragsseite die hohen Steuereinnahmen von fast 34 Millionen Euro, die sich ungefähr hälftig aus Gewerbe- und Einkommensteuern zusammensetzten. Demgegenüber ständen auf der Aufwendungsseite hohe Transferzahlungen, so seien in 2018 allein fast 14 Millionen Euro von der Stadt an Kreisumlage zu zahlen. Seidl stellte auch die Pläne für das neue Sportlerheim des SV Puchheim-Ort vor, hier entständen für über eine halbe Million Euro vier neue Kabinen, ein Büro sowie ein Kaltlagerraum. Das Vereinsheim selbst bleibe bestehen. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen, die sehr viel Herzblut in das Projekt steckten. Bezüglich der Entwicklung STADTMITTE informierte er die Anwesenden, dass nach einer Stadtratsklausur im November mit weiteren Konkretisierungen zu Raumaufteilungen dann im Frühjahr 2019 ein Realisierungswettbewerb stattfinden werde.

 

In seinen weiteren Ausführungen beleuchtete Norbert Seidl die Schwerpunktthemen Geothermie, Modulhäuser Schwarzäckerstraße sowie barrierefreier Bahnhof. Bezüglich der Geothermie resümierte er, die Bürgerentscheide hätten ergeben, dass 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Puchheim gegen Geothermie seien. Es gäbe hier eine relative Gleichverteilung über ganz Puchheim und „keine Inselabstimmung einiger weniger Betroffener“. Der Beschluss, dass die Stadt alle möglichen Maßnahmen ergreifen solle, um Geothermie in Puchheim zu verhindern, gälte. Auch wenn er persönlich anders eingestellt wäre, sei es sein Amtsverständnis, diesen Beschluss umzusetzen. Von der bis Juli 2019 befristeten Aufsuchungserlaubnis mache die Stadt keinen Gebrauch, sie müsse aber nach Auskunft der Bergbehörde auch nicht zurückgegeben werden. Das maßgebliche Grundstück befinde sich im Eigentum der Stadt und sei wieder für landwirtschaftliche Zwecke verpachtet. Verträge waren nicht aufzulösen, da keine geschlossen wurden. Fernwärme sei in Puchheim zukünftig gasgestützt wie bisher.

 

Zum Thema Modulhäuser Schwarzäckerstraße wies Seidl zunächst auf die Bedeutung der Städtischen Wohnraumentwicklungsgesellschaft Puchheim mbH (WEP) hin, die den Auftrag habe, bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln und dabei auch im Bereich Neubau tätig zu werden. Am Beispiel der Schließung der Flüchtlingsunterkunft in der Bergstraße illustrierte Seidl die Verantwortung der Stadt, für Menschen in schwierigen Situationen Wohnraum auf Zeit zu schaffen. Er erklärte den modularen Aufbau der geplanten Häuser an der Schwarzäckerstraße, die in unterschiedlichen Wohnungsgrößen besetzt werden könnten. Der einmal erstellte Planungsgrundriss im Basisstandard und in Holzbauweise, für den der renommierte Architekt Florian Nagler gewonnen werden konnte, könne anschließend auch für andere Projekte eingesetzt werden.

 

Zum Thema barrierefreier Ausbau des Bahnhofs erläuterte er auf der einen Seite die Pläne der Deutschen Bahn und auf der anderen Seite die Vorschläge von Behinderten- und Seniorenbeirat. Hierzu finde noch eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

 

Unmittelbar vor der Pause wies Polizeihauptkommissar Klaus Gründler auf die Gefahren der dunklen Jahreszeit hin und motivierte die Bürgerinnen und Bürger als Nachbarn aufeinander aufzupassen und lieber einmal zu viel bei der Polizei anzurufen, wenn man etwas Verdächtiges bemerke. Bürgermeister Seidl verabschiedete im Rahmen der Bürgerversammlung Klaus Gründler sowie Gröbenzells Polizeichef Karlheinz Pangerl offiziell in den Ruhestand, in den beide mit Schließung der Polizeiinspektion Gröbenzell zum 1. März 2019 eintreten werden, und wünschte ihnen alles Gute.

 

Die Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger nach der Pause betrafen unter anderem die nach Ansicht einer Bürgerin schlechte Beleuchtungssituation auf der Südseite des Puchheimer Bahnhofs. Die Leuchtmittel seien zu dunkel, alternativ müssten zusätzliche Lampen installiert werden, um bessere Sicherheit zu gewährleisten. Der Bürgermeister versprach, das Anliegen an die Deutsche Bahn weiterzuleiten. Ebenfalls wurde das Thema Hochwasser in der Straße „Am Heißenanger“ angesprochen, die beiden vorhandenen Sickerschächte seien zu klein. Hierzu erklärte Seidl, für die Versickerung der Regenmengen auf dem Grundstück sei die Eigentümergemeinschaft zuständig, für die Versickerung auf den Straßen die Stadt. Das Tiefbauamt der Stadt würde sich um eine Begutachtung der Situation kümmern. Ein weiteres Anliegen war die Schaltung der Ampelanlage am Fischerweg. Die Ampel wurde als unsinnig empfunden, sie verursache nur Kosten. Es wurde angeregt, hier eine Verkehrszählung durchzuführen, sowohl bei laufendem Betrieb als auch im ausgeschalteten Zustand, um Erkenntnisse zu gewinnen, ob der Betrieb der Ampelanlage Sinn mache oder nicht. Der Bürgermeister sicherte zu, man würde überprüfen, ob eine solche Verkehrszählung möglich sei. Abschließend ging es noch um die starke Frequentierung der Alten Bahnhofstraße in Puchheim, die von vielen Autofahrern ohne Genehmigung befahren würde, um den morgendlichen Stau auf der FFB 11 zu umgehen. Der Bürgermeister sagte zu nachzuprüfen, wie viele Ausnahmeregelungen für das Befahren dieser Straße erteilt worden seien, sprach sich zudem für stärkere Kontrollen aus und appellierte, die Alte Bahnhofstraße nicht als Abkürzung zu nutzen.

 

Nachdem keine weiteren Fragen mehr gestellt wurden, beendete der Bürgermeister die Versammlung um 21.05 Uhr.

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