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Politics P – Kommunale Wirtschaftspolitik im europäischen Kontext

Puchheim liegt nicht nur im Herzen Europas, in Puchheim schlägt das Herz auch europäisch. Das zeigte die Wirtschaftsveranstaltung am 14. März unter dem Titel „Politics P – Kommunale Wirtschaftspolitik im europäischen Kontext“. Die anwesenden Gäste wurden mit einem „European Welcome“ von den Vertreterinnen der drei Puchheimer Partnerstädte – Lisa Mittermaier aus Attnang-Puchheim, Terhikki Lehtonen aus Salo und Anna Nagel als Vertreterin für die Städte Nagakanizsa und Zalakaros – sowie Puchheims Wirtschaftsförderin und Moderatorin des Abends, Sonja Weinbuch, begrüßt.

Erster Bürgermeister Norbert Seidl eröffnete den Abend. In seiner Rede zeigte er den Gegensatz auf zwischen „Vertrautheit, Heimat und Freundschaft“, also ein Europa, das in Puchheim durch die Städtepartnerschaften gelebt wird und dem „harten Gegenwort Brexit“, das für die „Zerrissenheit und das nationale Einzelkämpfertum im Europa 2019“ steht. Auch für Kommunen sei ein „entschiedenes demokratisches Eintreten für die Idee einer Europäischen Union“ angebracht, zumal kommunale Entwicklungen und Entscheidungen sich immer auch an den Regelungen des Europäischen Wirtschaftsraumes messen müssen.

Michael Bögl stellte anschließend die überparteiliche Organisation Pulse of Europe vor, die seit 2017 für ein Europa kämpft, in dessen Mitgliedsstaaten die Werte Pluralismus, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichheit hochgehalten und gelebt werden. Zwei der zehn Grundaussagen der Organisation, deren Münchner Ortsgruppe Bögl mitgegründet hat, sind „Europa darf nicht scheitern“ und „Der Friede steht auf dem Spiel“.

In der nachfolgenden Podiumsdiskussion hob Steffen Schulz von der Vertretung der Europäischen Kommission in München hervor, dass sich keines der europäischen Länder im Alleingang dem internationalen Wettbewerb stellen könne. Reinhold Bocklet, vierzehn Jahre lang Mitglied des europäischen Parlaments und Staatsminister a.D., war der Meinung, dass der Brexit momentan die größte Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung der Europäischen Union sei. Die Vertreter der Puchheimer Unternehmen Stemmer Imaging AG und TM Ausbau GmbH, Peter Keppler und Roland Härtl, schilderten kurz aus dem Publikum heraus den Umgang ihrer Unternehmen mit den Schwierigkeiten des Brexits und des Fachkräftemangels. Der ehemalige Bürgermeister Puchheims und Landtagsabgeordnete Dr. Herbert Kränzlein befürwortete eine europäische Verfassung, in der die Werte Europas schriftlich verankert werden. Attnang-Puchheims Bürgermeister Peter Groiß betonte: „Wenn wir es nicht schaffen, Europa in die Wohnzimmer der Bürgerinnen und Bürger zu bringen, dann wird es Europa nicht schaffen.“

Anschließend entführte Terhikki Lehtonen mit einem ansprechenden filmischen Kurzportrait das Publikum in die Partnerstadt Salo und Poetry-Slamerin Mary Long erzählte gekonnt und witzig aus ihrem Leben als Schweizerin mitten in Europa, nämlich in ihrer Wahlheimat Puchheim. Die feierlich gedeckten Tische im Béla-Bartók-Saal wurden umrahmt von einer Mirko-Messe, auf der Puchheimer Unternehmen und andere Organisationen die Möglichkeit hatten, ihre Produkte und Leistungen zu präsentieren. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Pulse of Europe und der Partnerstadt Salo bot die Veranstaltung den Vertretern aus Wirtschaft und Politik beim anschließenden gemeinsamen Abendessen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Das musikalische Rahmenprogramm des Abends gestaltete die Bläsergruppe Fünferlmusik.

Foto:

Bei der Podiumsdiskussion (v.l.): Peter Groiß, Michael Bögl, Dr. Herbert Kränzlein, Reinhold Bocklet, Steffen Schulz und Sonja Weinbuch.

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