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Aus dem Sitzungssaal des Puchheimer Rathauses

Projekt „Gesunde Kommune": Rege Beteiligung an Fragebogenaktion

Das Projekt „Gesunde Kommune" ist erfolgreich gestartet. Stufe eins war eine Bedarfsanalyse zur Gesundheitsförderung für ältere Menschen ab 65 Jahren. Insgesamt 5.111 Fragebögen wurden an die Seniorinnen und Senioren in der Stadt Puchheim versandt, 1.687 beantwortete Fragebögen kamen zurück. Dies entspricht einer erfreulich hohen Rücklaufquote von 33 Prozent. Professor Dr. Christian Janßen stellte in der Stadtratssitzung am 22. Oktober 2019 die Ergebnisse der Umfrage vor, die er zusammen mit seinem Mitarbeiter Christoph Geigl erarbeitet hat. Für die Mitwirkung von Seiten der Stadtverwaltung bedankte Janßen sich bei Mandy Frenkel und Verena Weyland.

Isolation, eingeschränkte Mobilität und Informationsmängel benannte Janßen als Problemfelder, auf denen ältere Menschen in Puchheim sich benachteiligt fühlen. Menschen mit geringem sozioökonomischem Status oder mit Migrationshintergrund seien stärker betroffen. Ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofs werde bei der Umfrage häufig gefordert. Ihren Gesundheitszustand bewerteten zwei Drittel der Befragten als gut bis ausgezeichnet. Ein Drittel beurteilten ihre Gesundheit als weniger gut bis schlecht. Größtes Potenzial für gesundheitsfördernde Maßnahmen ergeben sich nach Janßens Analyse bei folgenden Risiken: Übergewicht, Rauchen und Alkohol, mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung. Auf der Basis dieses Abschlussberichtes zur Fragebogenaktion gelte es nunmehr, gesundheitsfördernde Maßnahmen zu planen, umzusetzen und zu evaluieren.

 

Nach Liquidation der IG Planie: Verwendung des Vereinsvermögens vertagt

Die beträchtliche Höhe des restlichen Vereinsvermögens der „Interessengemeinschaft der Bewohner Puchheim Planie e.V." hat die Teilnehmer/innen an der Stadtratssitzung vom 22. Oktober 2019 sichtlich überrascht. Wolfgang Dubbels, Gründungsmitglied und neben Udo Franz bestellter Liquidator des Vereins, bezifferte das restliche Vereinsvermögen in der Sitzung auf 32.936,99 Euro. In seiner Satzung hatte der Verein festgelegt, dass ein verbleibendes Vereinsvermögen einem gemeinnützigen Verein zufallen soll, der vom Gemeinderat festzulegen ist. Die Verwaltung der Stadt Puchheim hatte daraufhin angeregt, dieses Vermögen zu gleichen Teilen dem Sozialdienst Nachbarschaftshilfe Puchheim e.V. für das Mehrgenerationenhaus ZAP sowie dem Deutschen Kinderschutzbund Fürstenfeldbruck e.V. für Quartiersbüro – beide auf dem Gebiet der Planie tätig – zukommen zu lassen. Stadtrat Thomas Hofschuster (CSU) regte an, das Restvermögen auf ein

Sperrkonto zu überweisen und den Empfängern eine Zweckbestimmung aufzuerlegen. Erster Bürgermeister Norbert Seidl schlug daraufhin vor, die Abstimmung über die Verteilung des Vereinsvermögens auf die November-Sitzung zu vertagen. Mit großer Mehrheit stimmte der Stadtrat diesem Vorschlag zu.

Die Interessengemeinschaft Planie ist untrennbar mit ihrem Gründungsmitglied und langjährigem 1. Vorsitzenden Ottmar Steigleder verbunden, der im Jahr 2009 verstorben ist. Neben der Revision und erfolgreichen Rückforderung von Betriebskostenabrechnungen war der Verein auch bei Mieterhöhungen und verbrauchsabhängigen Abrechnungen, bei der Installation von Wertstoffhöfen und in Verkehrsangelegenheiten im Sinne seiner Mitglieder aktiv. Mit über 800 Mitgliedern war die IG Planie der zweitgrößte Verein in Puchheim. 2010 wurde der Verein aufgelöst, 2013 erfolgte die Löschung aus dem Vereinsregister.

 

Debatte um „kommunalen Klimacheck"

Ein Antrag der Grünen löste eine lebhafte Debatte im Stadtrat aus. Stadtrat Dr. Manfred Sengl plädierte dafür, einen kommunalen Klimacheck für Puchheim einzuführen. Konkret beantragte er, dass künftige Sachvorträge und Beschlussvorlagen im Stadtrat und dessen Ausschüssen eine „Abschätzung ihrer Auswirkungen auf den Umwelt-, Klima- und Artenschutz" enthalten sollen - analog zur bestehenden Abschätzung der finanziellen Auswirkungen von Beschlüssen. Altbürgermeister Erich Pürkner (CSU) wies dies als „typischen Schaufensterantrag" zurück und bezeichnete den damit verbundenen Arbeitsaufwand für die Verwaltung als unzumutbar. Auch Sprecher anderer Fraktionen zweifelten an der Praktikabilität und so lehnte der Stadtrat den Antrag der Grünen mit 4 : 24 Stimmen ab. Einstimmig befürwortet hat das Plenum den vom Ersten Bürgermeister Norbert Seidl gestellten Änderungsantrag. Dieser zielt darauf ab, dass die Verwaltung ein praktikables, lösbares Konzept vorlegt, wie künftig nicht nur die finanziellen Auswirkungen, sondern auch die Auswirkungen auf Umwelt und Klima in die Beschlussvorlagen eingearbeitet werden können.

 

Entwurfsplanung für das städtische Schwimmbad vertieft und konkretisiert

Die vorliegende Entwurfsplanung für das städtische Schwimmbad am Gernerplatz wurde zwischenzeitlich vertieft und konkretisiert. Anja Hofmann, die für das Projekt zuständige Architektin vom Fachbereich Hochbau, hat Markus Pichler aus Hall in Tirol mit an Bord geholt, einen renommierten Architekten, der auf den Bau und die Sanierung von Hallen- und Freibädern spezialisiert ist. In der Stadtratssitzung am 22. Oktober 2019 stellten die beiden die fortführende Entwurfsplanung und die aktuelle Kostendarlegung vor. Mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme) stimmte der Stadttrat der vorgestellten Entwurfsplanung mit der Kostenberechnung auf nunmehr 14.873.444 Euro zu.

Der Projektgenehmigung für die Generalsanierung und Erweiterung des Schwimmbades am Gernerplatz hatte der Stadtrat bereits am 30. April 2019 Stimmen erteilt. Wie Hofmann und Pichler nun in der Oktober-Sitzung erläuterten, sind die damals geschätzten Kosten in Höhe von 13.914.000 Euro um eine knappe Million gestiegen, weil sich die Abbrucharbeiten als komplizierter und somit aufwendiger gestalteten, als gedacht. Offen geblieben war die Detailfrage, ob entlang des barrierefreien Zugangs zum Schwimmbad ein überdachter Fahrradunterstellplatz berücksichtigt werden soll. Mit großer Mehrheit entschied sich der Stadtrat für eine Überdachung aus Glas und Stahl, die schöner ausschaut und deutlich weniger kostet als eine circa 57.000 Euro teure Konstruktion aus Sichtbeton.

Einstimmig befürwortete der Stadtrat das von Hofmann und Pichler vorgestellte Material- und Farbkonzept für die Generalsanierung und Erweiterung des Schwimmbads. Es wird so ausfallen, dass die benachbarte Schule und das Bad als einheitlich gestaltetes Ensemble wahrgenommen werden. Die Frontansicht nach Süden präsentiert sich als Pfosten-Riegel-Fassade aus halbbronzefarbenen Aluminiumprofilen und -blechen. Nach Osten und Westen zeigt sich eine hinterlüftete Faserzement-Fassade in Anthrazit. In den Innenräumen werden alte Boden- und Wandelemente soweit möglich kombiniert. Sämtliche Holzoberflächen werden in Eiche ausgeführt.

Ansonsten bleibt es bei der bereits vorgestellten Konzeption: Das im Jahr 1968 erbaute Schwimmbad braucht eine neue Tragkonstruktion und neue technische Anlagen. Im Bereich des jetzigen Verkehrskindergartens ist ein zweites Schwimmbecken vorgesehen. Damit sollen die Angebote für Schule, Horte, Vereine, Schwimmkursteilnehmer und Badegäste verbessert werden. Ergänzt wird das Konzept mit einer Außenterrasse und einer komplett zu öffnenden Glasfassade, um das Bad attraktiver zu gestalten. Ein barrierefreier Zugang in das Schwimmbad, zu den Umkleiden und in das Becken wird geschaffen.

Im Rahmen der Stadtratsdiskussion setzten sich Anja Hofmann und der Bäderspezialist Pichler auch mit Detailfragen auseinander. Pichler empfahl dringend den Einbau eines sogenannten Baldachin-Aufzugs für den Transport von Gefahrenstoffen für die Wasseraufbereitung in den Technikkeller zum Preis von circa 45.000 Euro. Hofmann legte dar, dass eine Dachbegrünung aus Kostengründen nicht vorgesehen sei, weil hierfür eine wesentlich aufwendigere Statik geschaffen werden müsse. Offen bleibt zunächst, ob ein barrierefreier Beckeneinstieg mit Hilfe einer Rutschtreppe und / oder eines Liftes (stationär oder mobil) gewährleistet werden soll. Diese Frage soll auf Beschluss des Stadtrats in Absprache mit dem Behindertenbeirat geklärt werden.

 

Die Alte Schule „mit mehr Leben füllen" – Renovierung genehmigt

Einstimmig erteilte der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Oktober die Projektgenehmigung zur Nutzungsänderung und Renovierung der Alten Schule in Puchheim-Ort. Die Kosten hierfür belaufen sich nach neuesten Berechnungen auf 185.000 Euro. Roland Schützeneder, Leiter des Sachgebiets Hochbau, legte in der Sitzung die Gründe für die geplante Renovierung dar. Ziel sei es, die Aktivitäten in dem Gebäude, das derzeit von Vereinen als Veranstaltungsstätte genutzt wird, zu intensivieren und mit mehr Leben zu füllen. Deshalb sollen zwei unterschiedlich große Veranstaltungsräume im Erdgeschoss attraktiver und optimaler als bisher gestaltet werden. Ein dritter Raum im Erdgeschoss solle auf Grund des aktuellen Bedarfs künftig als „Kinderpark" für Eltern-Kind-Gruppen und Spielegruppen genutzt werden.

Das Gebäude wurde 1904 als Schulhaus erbaut. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde es als Behindertenwerkstatt genutzt. 1985 wurde darin eine Zweigstelle der Gemeindebücherei eingerichtet, die man später wieder aufgab. Die Wohnung im Dachgeschoss ist aktuell vermietet.

Wie Schützeneder darlegte, soll in Abstimmung mit dem Landratsamt die Zahl der zu betreuenden Kinder im geplanten „Kinderpark" auf neun begrenzt werden, um baurechtliche Brandschutz- und Raumprogrammanforderungen deutlich zu vereinfachen. Im entsprechend umgestalten Raum „Gröbenbach" soll der Kinderpark situiert werden. Der große Veranstaltungsraum „Ikarus" und der kleinere Raum „Parsberg" sollen weiterhin mit Veranstaltungs- und Vereinsnutzung bespielt und zweckentsprechend ausgestattet werden.

 

Zentrales Feuerwerk schafft positive Effekte

Ihre kritische Haltung gegenüber dem zentralen Silvesterwerk, das die Stadt Puchheim auch zum Jahreswechsel 2019/20 wieder veranstaltet, tat die seit 2014 in Puchheim wohnende Bürgerin Christa Steinbrecher kund. In der Aktuellen Viertelstunde der Stadtratssitzung am 22. Oktober 2019 gab sie umweltschädliche Auswirkungen des Feuerwerks zu Bedenken und forderte: „Klimaschutz fängt vor Ort an." Erster Bürgermeister Norbert Seidl hob die durchaus positiven Effekte des zentralen Feuerwerks hervor: nämlich das Feiern und Begrüßen des neuen Jahres als Gemeinschaftserlebnis – und die damit verbundene Hoffnung, dass weniger private Silvesterfeuerwerke gezündet werden.

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