Sie sind hier:

Bürgerversammlung in Puchheim-Bahnhof am 14. November 2018

Zur zweiten Bürgerversammlung 2018 am 14. November in Puchheim-Bahnhof fanden sich etwa 140 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Puchheimer Kulturcentrum PUC ein. Nach der musikalischen Einstimmung durch ein Klarinettenquartett der Musikschule und seiner Begrüßung ehrte Erster Bürgermeister Norbert Seidl den Puchheimer Stadtrat Günter Hoiß für seinen 40-jährigen Einsatz und sein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim-Bahnhof mit einer Ehrenurkunde und einem Präsent.

In seinem anschließenden Bericht informierte Seidl über wichtige Entscheidungen, Entwicklungen und Vorhaben in Puchheim-Bahnhof und im gesamten Stadtgebiet. Er gab unter anderem einen kurzen Überblick zur finanziellen Situation der Stadt, zum Bereich Kinderbetreuung und Schulen, zu kulturellen Aktivitäten in der Stadt und auch zur Thematik Engagement und Ehrenamt. Anschließend ging er schwerpunktmäßig auf die Themen Geothermie, barrierefreier Bahnhof und den geplanten Bürgerpark Kennedywiese ein.

Beim Thema Geothermie wies er nochmals auf das eindeutige Ergebnis der beiden Bürgerentscheide am 22. Juli hin, bei denen mit dreiviertel der abgegebenen Stimmen Geothermie abgelehnt worden sei. Dieser Beschluss gebe ihm den klaren Auftrag – und das entspräche seinem Amtsverständnis – sich dafür einzusetzen, dass Geothermie in Puchheim nicht kommen werde. Anschließend ging er auf die Thematik barrierefreier Ausbau des Puchheimer Bahnhofs ein. Er erläuterte die Pläne der Deutschen Bahn sowie die Vorschläge von Behinderten- und Seniorenbeirat und wies auf die geplante Informationsveranstaltung zu diesem Thema am Donnerstag, 29. November, im Puchheimer Rathaus hin. Schließlich stellte er den Stand der Planung für den Bürgerpark Kennedywiese vor. In einer Bürgerbeteiligung seien hier viele Ideen für die zu schaffenden Grünanlagen entwickelt worden, die er schmunzelnd mit einem „Central Park“ für Puchheim verglich. Die Umsetzung des gesamten Projektes erfolge in zwei Bauabschnitten, wobei der zweite Bauabschnitt erst in Verbindung mit der geplanten Parkgarage für die neue Stadtmitte realisiert werden könne.

Nach der Pause gab es zahlreiche Wortmeldungen aus der Bürgerschaft. Dabei wurden unter anderem die Umbaupläne der Deutschen Bahn für den Bahnhof kritisiert. Eine Bürgerin beschwerte sich zudem über die zunehmende Anzahl an Erwachsenen, die rücksichtslos auf Gehwegen radelten und damit Fußgänger gefährdeten. Ein anderer Bürger wies auf die „katastrophale“ Situation des Radverkehrs in Puchheim hin. Er plädierte für Abgrenzungslinien zwischen Fußgänger- und Radwegen und für Roteinfärbungen von Fahrradspuren an unübersichtlichen Stellen, wie beispielweise am Bahnhof Nord, um Radfahrer besser zu schützen. Der Bürgermeister warb für ein rücksichtsvolles Radeln und wies auf das erarbeitete Radwegekonzept hin, dessen Maßnahmen nun Stück für Stück umgesetzt würden. Zum Thema Geothermie kam die Frage eines Bürgers, was mit den 2,5 Millionen Euro geschehen werde, die jetzt nicht mehr im Haushalt 2019 für Geothermie eingeplant würden. Der Bürgermeister erklärte, dass für diese Mittel keine besondere Verwendung vorgesehen sei, sondern dass sie in der Position liquide Mittel im Haushalt 2019 verblieben. Weiterhin wurde auf die schlechte Verkehrssituation an der Adenauerstraße hingewiesen, hier käme es aufgrund des erlaubten Parkens auf beiden Seiten aufgrund der Enge zu Beschädigungen an den parkenden Autos. Seidl wies auf den hohen Parkdruck in der Planie hin, bei einem einseitigen Parkverbot würden die fehlenden Parkplätze stark ins Gewicht fallen, eine einspurige Fahrbahn würde zudem den Druck erhöhen langsam zu fahren.

Eine andere Bürgerin sorgte sich um die Situation der Nachbarschaftshilfe. Sie habe als Mitglied ein Schreiben erhalten, in dem um Spenden gebeten wurde. Sie forderte die Stadt auf, dafür zu sorgen, dass die Institution überlebensfähig bleibe. Der Bürgermeister erklärte, dass die Stadt nur Zuschüsse für Leistungen geben dürfe, die sie konkret in Auftrag gegeben hätte, wie z. B. Mittagsbetreuung, aber keine Zuschüsse allgemeiner Art. Aus seiner Sicht sei die Nachbarschaftshilfe aber auf einem guten Weg.

Auch die Öffnungszeiten des Schwimmbades wurden thematisiert, eine Öffnung samstags und sonntags wurde gewünscht. Seidl betonte, dass es nach der geplanten einmaligen großen Renovierung weniger Schließzeiten gebe werde, da sich dann der kontinuierliche Renovierungsbedarf reduzieren werde. Auch sein Ziel sei es, das Schwimmbad länger geöffnet zu lassen. Ein großes Problem sei aber das fehlende Personal, es gäbe viel zu wenig ausgebildete Schwimmbadmeister. Eine weitere Bürgerin, die sich zudem als Mitarbeiterin des Hauses Elisabeth vorstellte, beklagte die Mängel des Hauses und wollte wissen, ob diese Mängel noch vor der geplanten großen Renovierung behoben würden. Als Beispiel führte sie unebene Terrassenbeläge an, die für die Bewohner eine Gefahr darstellten. Der Bürgermeister betonte, Ziel sei es, möglichst schnell eine Lösung für eine grundlegende Renovierung zu finden. Man müsse überlegen, welche Investitionen man noch zuvor vornehme, die größten Mängel wolle man aber noch so gut wie möglich beseitigen.

Auch wurde die Effektivität der Straßenreinigungen in Puchheim bemängelt. Wenn diese nur dort erfolgen könne, wo keine Fahrzeuge parkten, gäbe es bei Starkregen Probleme durch mit Blättern zugesetzte Gullis. Besser wäre es auch, die Straßenreinigung erst dann zu bestellen, wenn im Herbst die Blätter herabgefallen seien. Der Bürgermeister entgegnete, dies sei nicht möglich, die Straßenreinigung müsse bereits im Vorfeld gebucht werden, ein flexibles Reagieren sei daher leider nicht möglich. Zum Abschluss gab es noch eine Frage zu den im Sommer erfolgten Probebohrungen im Bereich Egenhofer Straße. Hier erklärte der Bürgermeister, dass diese vorgenommen werden mussten, da eine Straßensanierung irgendwann anstände. Er beruhigte die Bürgerin, dass die Anwohner an diesen Kosten nach der neuen Rechtslage nicht beteiligt würden.

Nachdem keine weiteren Fragen mehr gestellt wurden, verabschiedete sich Gröbenzells Polizeichef Karlheinz Pangerl von den Bürgerinnen und Bürgern in den Ruhestand, den er im Frühjahr nächsten Jahres antreten wird. Der Bürgermeister beendete die Versammlung um 22.05 Uhr.

VOILA_REP_ID=C1257FC6:0036B223