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Bürgerversammlung Puchheim-Bahnhof 2026

Die Bürgerversammlung der Stadt Puchheim für den Stadtteil Puchheim-Bahnhof fand am 4. Februar 2026 statt. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung ins Puchheimer Kulturcentrum PUC gefolgt. Nach der musikalischen Einstimmung durch die Musikschulband Bandscheibenvorfall begrüßte Erster Bürgermeister Norbert Seidl die Anwesenden. Bei der anschließenden Ehrung zeichnete er Andreas Gierstorfer und Axel Stiefermann für 25 aktive Dienstjahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim-Bahnhof mit einer Urkunde und einem Präsent aus und dankte für ihren Einsatz. Seidl betonte, die Auszeichnung in der Bürgerversammlung zeige die große Wertschätzung des Ehrenamtes, das von ihnen zugunsten der Bürgerschaft erbracht werde.

Bürgermeister Seidl nutzte seinen Bericht für einen Rückblick auf seine Agenda und den Antrieb seiner vierzehnjährigen Amtszeit. Was ihm als Bürgermeister wichtig gewesen sei, wolle er exemplarisch an Ereignissen und Themen 2025 zeigen. Zunächst widmete Seidl sich dem Thema Teilhabe, für das er auf Artikel 1 des Grundgesetzes verwies. Jeder Mensch solle in Puchheim die Chance auf Teilhabe haben. Hier nannte er beispielsweise das Haus der Begegnung mit seinen Beratungsangeboten, das Schulfrühstück sowie die Tafel für diejenigen, die Unterstützung mit Lebensmitteln brauchen. Die Bushaltestellen würden barrierefrei ausgebaut, damit jeder dabei sein könne.

Als nächstes ging Seidl auf das Thema Bildung ein. Wenn Leute mehr wissen, mehr können, mehr verstehen, dann gehe es allen besser. Deshalb sei es wichtig, dass Kinder früh Bildung erhalten. Als Beispiele für Investitionen in Bildung nannte er den Ausbau der Laurenzer Grundschule und der Mittelschule sowie die Außenanlagen der Grundschule Süd. Zudem ging er auf die musikalische Bildung in der Musikschule, die vielfältigen Angebote der Bibliothek sowie den Beitrag der ehrenamtlichen Digitalbegleiter:innen im Bereich der Erwachsenenbildung ein. Die geplante neue Stadtmitte mit VHS, Musikschule und Stadtbibliothek sei für ihn eine Bildungslandschaft und vergleichbar mit der Entscheidung über den Bau einer Grundschule.

Als drittes sprach der Erste Bürgermeister über das Thema Gemeinwohl. Hier gehe es um Gerechtigkeit, beispielsweise zwischen den Generationen, aber auch zwischen Mobilitätsteilnehmenden, oder den Ländern des Nordens und des Südens. Dazu gehöre zunächst, die Finanzen in den Griff zu bekommen für die nächsten Generationen, damit diese keine Schulden erben. Auch Wohnen sei eine Gerechtigkeitsfrage. Hier verwies Seidl auf die Städtische Wohnraumentwicklungsgesellschaft Puchheim WEP und die Einweihung neuer Wohnungen in der Dorfstraße im Jahr 2025. Auch in der Alpenstraße solle neuer Wohnraum entstehen. Der Anspruch der Stadt Puchheim sei dabei, Wohnraum für Menschen zu schaffen, die ihn dringend brauchen. Das Thema „Fair Trade“ zeige, dass man Verantwortung über Puchheim hinaus übernehme. Wichtig sei ihm auch die Jugend. Mit dem selbst gestalteten Basketballplatz sei ein informeller Ort für Begegnung geschaffen worden.

Viertes Thema des Rückblicks des Ersten Bürgermeisters war das Thema Strukturen. Seidl nannte hier unter anderem die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen, die Ausstattung für die Feuerwehren sowie die kommunale Wärmeplanung. Darüber hinaus habe die Stadt das Geothermie-Projekt nochmal angestoßen und gemeinsam mit der Stadt Germering und den Stadtwerken München die Geothermiegesellschaft Zukunftswärme M West GmbH gegründet.

Diese vier Gebiete – Teilhabe, Bildung, Gemeinwohl und Strukturen – seien seine Agenda gewesen, um sie habe er sich gekümmert, so Seidl. Das könne ein Bürgermeister natürlich nicht alleine, Beteiligung sei hier zentral. Er dankte dem Stadtrat für die gute Zusammenarbeit sowie den Beiräten, die viele wichtige Forderungen und Vorschläge eingebracht hätten. Ein Beispiel für Beteiligung sei auch die erste Jugendbürgerversammlung, um die Anliegen der Jugend aufzunehmen. Viele würden sich fragen, warum in Puchheim alles so lange dauere, so Seidl. Das liege an Regularien und Bürokratie, man müsse Förderanträge schreiben und Ausschreibungen machen. Darüber hinaus seien die Personalressourcen der Stadtverwaltung begrenzt. Der dritte Faktor sei Beteiligung, der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Abgleich mit den Interessen der Bürgerschaft. Solche Beteiligungsprozesse benötigten Zeit, deshalb dauere manches dann ein bisschen länger. Am Ende gehe es um Mitmachen und Zusammenhalt. Sein Wunsch sei, dass – für wen auch immer – in der Zukunft Geduld, Wohlwollen und Unterstützung mitgebracht werde und die Überzeugung, dass es schon gut werde. Dass es gut wird, zeigten zwei Projekte: Einmal das Brotbackhaus in Puchheim-Ort. Das habe seine Zeit gedauert, so ein Projekt schweiße am Ende aber zusammen und bringe gesellschaftlichen Mehrwert. Das andere Projekt, das Haus der Kulturen auf der PUC-Wiese, bilde kulturelle Vielfalt ab und signalisiere, dass viele  Leute in Puchheim willkommen sind und einen Platz finden sollen.

Zum Abschluss seines Berichts dankte Bürgermeister Seidl den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, dem Stadtrat, den politischen Mandatsträgern, den Vertreter:innen von Feuerwehr und Polizei, den Pflegediensten, den Engagierten, und denjenigen, die die Stadtpolitik mittragen und mitleben.

Nach der Pause gab es zahlreiche Fragen und Wortmeldungen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Fragen zum Thema Mobilität betrafen Schwierigkeiten beim Aus- und Einsteigen an einigen Haltestellen, die an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Mehrere Wortmeldungen betrafen den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Seidl erklärte, damit sei nicht vor dem Ausbau der S4 zu rechnen, mögliche Zwischenlösungen wie der Bau von Liften würden von der Deutschen Bahn abgelehnt. Auf die Frage, wann die Lagerstraße saniert wird, konnte der Erste Bürgermeister berichten, der Baubeginn sei für Herbst 2026 geplant. Wünsche nach Verkehrskontrollen und -überwachung an der Einbahnstraße zwischen Bahnhof und Aubinger Weg sowie in der Lochhauser Straße und Lagerstraße wurden vom anwesenden Vertreter der Polizeiinspektion aufgenommen. Er wies darauf hin, dass Kontrollen mit Schutzwirkung an anderen Stellen Priorität haben. Seidl sagte zu, die Bitte um Prüfung eines Lärmschutzes durch Büsche an der FFB11 an den Landkreis weiter zu leiten.

Weitere Anmerkungen und Fragen betrafen unter anderem den Glasfaserausbau durch die Firma Teranet, fehlenden Sonnen- und Regenschutz beim Zwischennutzungsprojekt in der Lochhauser Straße, die Umsetzung der Gewinnerprojekte des Bürgerbudgets, die Möglichkeit, EU-Fördergelder für große Projekte zu beantragen, oder den Baufortschritt am Alois-Harbeck-Platz.

Erster Bürgermeister Seidl schloss die Versammlung mit den Worten: „Ich wollte mit meiner Arbeit das Leben für Sie alle in Puchheim gut machen. Wieviel davon gelungen ist, das sollen Sie entscheiden. Seien Sie gnädig, letztlich ist man als Bürgermeister auch nur ein Mensch. Ich sage Ihnen ein ganz herzliches Danke, dass ich Ihr Bürgermeister sein durfte."

Die beiden Feuerwehrleute in Uniform mit ihren Urkunden

Foto: Andreas Gierstorfer (links) und Axel Stiefermann wurden für 25 aktive Dienstjahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim-Bahnhof geehrt.

Norbert Seidl hinter dem Rednerpult auf der Bühne, im Hintergrund sind auf der Leinwand Fotos zu sehen.

Foto: Erster Bürgermeister Norbert Seidl bei seinem Rückblick auf das Jahr 2025.

Veröffentlicht im Februar 2026.

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