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Barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Puchheim

Die im vergangenen Jahr vorgelegten Pläne der DB Netz AG für den vorgezogenen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Puchheim stießen auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung sowie beim Behindertenbeirat und beim Seniorenbeirat der Stadt. Während die Bahn den barrierefreien Ausbau des Mittelbahnsteigs mit einer Erschließung durch Lifte in eine neu zu errichtende zweite Unterführung vorsah, wünschten sich die Kritiker einen neuen Außenbahnbahnsteig auf der Nordseite des Bahnhofs und eine barrierefreie Erschließung mit zwei Aufzügen in die bestehende Unterführung. Für eine solche Lösung hatte sich zu Beginn der Planungen auch der Stadtrat ausgesprochen. In einem im November 2019 geführten Gespräch im Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr konnte erreicht werden, dass zu den bestehenden Ausbauplänen eine Variantenprüfung erfolgen solle. Auf Wunsch des Ministeriums hatte sich der Puchheimer Stadtrat am 30. April 2019 inhaltlich zu den Zielen der Variantenprüfung nochmals ausdrücklich positioniert. Nunmehr hat im Puchheimer Rathaus ein Gespräch zur Konkretisierung dieser Variantenprüfung mit Vertretern des Ministeriums, der DB Netz AG und der Stadt stattgefunden.

Erster Bürgermeister Norbert Seidl stellte eingangs dar, dass gegenüber allen weiteren Fragen wie Viergleisigkeit oder einer zweiten Personenunterführung der Außenbahnsteig auf der Nordseite des Bahnhofs und die barrierefreie Erschließung über Lifte in die bestehende Unterführung höchste Priorität genieße. Die Teilnehmer einigten sich darauf, folgende Varianten untersuchen zu lassen:

1. Dreigleisiger Ausbau, Außenbahnsteig Nordseite, mit nutzbarem Mittelbahnsteig

2. Dreigleisiger Ausbau, Außenbahnsteig Nordseite, Mittelbahnsteig wird nicht genutzt

3. Viergleisiger Ausbau, Außenbahnsteig Nordseite, mit nutzbarem Mittelbahnsteig

4. Viergleisiger Ausbau, Außenbahnsteig Nordseite, Rückbau Mittelbahnsteig

Die verschiedenen Varianten sollen in einer zusammenfassenden Bewertungsmatrix unter verschiedenen Gesichtspunkten verglichen werden: Dabei spielen die Lagen der Ausbauelemente wie Gleise, Lifte, Treppen, Parkanlage und Lärmschutz ebenso eine Rolle wie die Notwendigkeiten eines regelkonformen Ausbaus, die notwendigen Finanzmittel – auch insoweit, als sie durch die Stadt aufgebracht werden müssten – sowie zeitliche Abhängigkeiten.

Die Ministeriumsvertreter sagten zu, die Kosten für die Variantenprüfung zu übernehmen. Kostenzusagen für eine spätere Realisierung seien damit nicht verbunden. Sie machten aber deutlich, dass die gesamte Ausbaumaßnahme nicht durch die Planungen für den Bahnhof Puchheim verzögert werden dürfe. Gegebenenfalls würde zusammen mit der gesamten Ausbauplanung die jetzt vorliegende Planung für den Bahnhof Puchheim beim Eisenbahnbundesamt zur Planfeststellung eingereicht. Etwaige Änderungen würden dann tektiert werden.

Bürgermeister Seidl betonte die konstruktive und sachliche Atmosphäre der Besprechung, die eine gute Ausgangsbasis sei, nun doch noch wünschenswerte Veränderungen in den Planungsprozess hineinzutragen.

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