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Bürgerversammlung in Puchheim-Ort am 13. November 2019

Rund 90 Ortlerinnen und Ortler besuchten am 13. November im Pfarrheim Maria Himmelfahrt die zweite der beiden Puchheimer Bürgerversammlungen 2019. Nach einer musikalischen Einstimmung durch ein kleines Ensemble des Puchheimer Blasorchesters hieß Erster Bürgermeister Norbert Seidl die Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter von Presse, Verwaltung und Polizei, die anwesenden Stadträte, die Feuerwehr sowie die Vereine herzlich willkommen.

In seinem anschließenden Bericht ging der Bürgermeister auf die Themenschwerpunkte Wohnen und Bauen, Finanzen, Kinder und Schulen sowie Sport, Ökologie, Kultur und Infrastruktur und abschließend auf den Bürgerdialog Puchheim-Ort ein. Im Zusammenhang mit dem bestehenden Wohnungsdruck äußerte er sich auch zu der ihm häufig gestellten Frage, warum es in Puchheim kein Einheimischenmodell gebe. Er wies darauf hin, dass es sehr schwierig sei zu definieren, wann jemand einheimisch sei und ob es gerecht sei, wenn nur Einheimische an etwas teilhaben dürften, das Gemeinwohl sei. Aktuell bestände der gemeinsame politische Konsens in Puchheim, dass auch diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die über ein kleines Einkommen verfügen, in der Lage sein sollen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Daher habe man sich in Puchheim gegen ein Einheimischenmodell zugunsten eines Mietmodells mit verträglichen Mietpreisen entschieden und zum Zwecke der Umsetzung die städtische Wohnungsbaugesellschaft WEP gegründet. Im Weiteren befasste sich der Bürgermeister auch mit der Thematik der baulichen Erweiterungen der Laurenzer Grundschule, des Kinderhauses Maria Himmelfahrt und des Vereinsheims des SV Puchheim. Er schloss seinen Bericht mit einer Würdigung des diesjährigen Bürgerdialogs Puchheim-Ort ab, der deutlich gemacht habe, dass den Bürgerinnen und Bürgern vor allem Treffpunkte fehlten. Es ginge jetzt darum, die gewonnenen Ideen aus dem Bürgerdialog umzusetzen, beispielsweise auch durch die Etablierung eines „Kümmererbeirats“.

Vor der Pause stellte sich der Leiter der Polizeiinspektion Germering Jürgen Dreiocker vor, die zum 1. März dieses Jahres die Zuständigkeit für die Stadt Puchheim übernommen hatte. Mit Bezug auf die angebrochene dunkle Jahreszeit wies er besonders auf wirksame Maßnahmen zur Prävention von Einbruchskriminalität hin und forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, bei verdächtigen Wahrnehmungen unbedingt die Polizei zu informieren.

Im Anschluss an die Pause gab es verschiedene Wortmeldungen aus der Bürgerschaft. Diese betrafen unter anderem die Kriterien für die Vermietung der vier von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WEP neu gebauten Modulhäuser in Puchheim-Ort. Der Bürgermeister erklärte, dass zwei der Häuser für von Obdachlosigkeit bedrohte Bürgerinnen und Bürger vorgesehen wären, die dort übergangsweise untergebracht werden könnten. Für die Wohnungen in den anderen beiden Häusern sei eine Vermietung zu einem kostendeckenden Mietpreis vorgesehen. Auf die Frage nach den Eigentumsverhältnissen der WEP erläuterte Stadtkämmerer Harald Heitmeir das Gründungsverfahren und stellte klar, dass die Stadt Puchheim zu hundert Prozent Eigentümerin sei. Eine andere Bürgerin äußerte sich besorgt darüber, dass am Wörlbrunnen in Puchheim-Ort aufgrund der Vermoosung bereits mehrere Kinder beim Spielen ausgerutscht seien und sich verletzt hätten. Der Bürgermeister sowie ein Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins informierten, dass seit letztem Jahr die Vermoosung entfernt werde, sich aber dennoch nicht immer durchgängig vermeiden ließe. Auch wurde die Ausweisung von sechs Fahrradstraßen in Puchheim in Frage gestellt. Bürgermeister Seidl erklärte hierzu, dass Ziel dieser Ausweisung die Stärkung des Fahrradverkehrs sei. Damit wäre zugleich eine Einschränkung für andere Verkehrsteilnehmer verbunden. Man habe in diesem Zusammenhang tatsächlich auch über die Ausweisung der Bürgermeister-Ertl-Straße als Fahrradstraße diskutiert, habe sich aber vor allem wegen der Vielzahl der dort fahrenden Busse bewusst dagegen entschieden. Auf einer Fahrradstraße dürften grundsätzlich nur Fahrräder fahren, für eine Zulassung anderer Verkehrsteilnehmer sei eine Kennzeichnung mit entsprechenden Zusatzschildern erforderlich. Eine Bürgerin kritisierte die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B2 vor der Einfädelspur aus Richtung Eichenauer Straße in Richtung Fürstenfeldbruck. Polizeichef Jürgen Dreiocker erklärte hierzu, dass die B2 zwischen Autobahn und Fürstenfeldbruck mit 35.000 bis 40.000 Fahrzeugen täglich eine der befahrensten Straßen in Bayern sei. Ein Überschreiten der zugelassenen Geschwindigkeit habe dennoch bei den dortigen Unfällen dort keine wesentliche Rolle gespielt. Die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung sei vom zuständigen Straßenbauamt festgelegt worden. Man träfe sich regelmäßig in einem fachlichen Gremium und wolle die Thematik dort nochmals besprechen und darauf hinwirken, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h realisiert würde. Thema der Wortmeldungen war auch der Umbau und die Nutzung des Vereinsheims des SV Puchheims. Ein Bürger verstand zum einen nicht die Notwendigkeit des Baus von zwei weiteren Kabinen und plädierte zugleich für eine Nutzbarkeit des Vereinsheims für private Feierlichkeiten. Seidl erklärte, man habe seitens des Vereins den nachvollziehbaren Wunsch zur Erweiterung auf vier Kabinen erhalten und wolle diesen auch umsetzen, die Nutzung des Vereinsheims sei jedoch Vereinssache.

Nachdem keine weiteren Fragen mehr gestellt wurden, beendete der Bürgermeister die Versammlung um 21.28 Uhr.

Veröffentlicht im November 2019.

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