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Familie – Wohnen – Mobilität

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

wenn man aktuelle Umfragen auswertet, werden für die Kommunen regelmäßig folgende Handlungsfelder genannt: Kinderbetreuung, Wohnungsmarkt und Verkehrssituation. Besonders in der Region München beschäftigen diese Themen die Menschen. Einfache Lösungen liegen nicht vor, weil es sich um vielschichtige und voneinander abhängige Probleme handelt. So kann man zwar beispielsweise bezahlbaren Wohnraum in der Peripherie finden, muss dann jedoch den täglichen Stau in Kauf nehmen. Und sicher bräuchten wir hier vor Ort mehr Kinderbetreuungspersonal, das sich aber die hohen Mieten nicht leisten kann. Über all diese Entwicklungen kann man jammern und sich die guten alten Zeiten zurückwünschen. Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert hat sich eindeutig für andere Lebensentwürfe entschieden und erwartet Vorschläge, wie man die geltenden Rechtsansprüche praktisch gestaltet und umsetzt. Diese Erwartung ist nachvollziehbar, man sollte von Politikerinnen und Politikern jedoch keine Zauberkräfte erwarten und selbst die Beobachterrolle einnehmen. Politik kann nur kleine Schritte anbieten, bei denen allerdings der Weg zum Ziel erkennbar sein muss.

Solche Schritte werden auch in Puchheim gegangen. Mit dem Bau des zweiten Kinderhauses im Wohnpark Roggenstein verbessert die Stadt zum einen die Kinderbetreuungsquote und zum anderen werden acht Wohnungen für Erzieherinnen und Erzieher gebaut. Während die baulichen Voraussetzungen für eine optimale Kinderbetreuung erfüllt sind, besteht auf Seiten der Personalgewinnung eindeutig ein Engpass. Die Stadt hat zwar Räume, der Freistaat schafft es jedoch nicht, genügend auszubilden. Geschweige denn, eine angemessene Bezahlung zu organisieren. Durch das Angebot der Bedienstetenwohnungen versucht die Stadt, ein zusätzliches Argument für den Standort zu generieren und eben auch Wohnen und Arbeiten näher zusammen zu bringen.

Die Städtische Wohnraumentwicklungsgesellschaft WEP errichtet vier Modulhäuser in der Schwarzäcker Straße in Puchheim-Ort. Die Häuser werden in Holzbauweise gebaut, weil Holz jederzeit recycelbar ist, CO2-neutral wächst und von regionalen Firmen verarbeitet werden kann. Die hohen energetischen Standards für die Häuser begrenzen die zweite Miete für Strom und Heizung. Die Grundrisse der Wohnungen sind modular konzipiert, um auf veränderte Anforderungen reagieren zu können. Fünf Zimmer kann man mit relativ geringem Aufwand zu einer großen Wohnung zusammenschalten, aus einer großen Wohnung kann man fünf Studentenzimmer als WG anbieten. Die Ausstattung ist sparsam, damit die Mieten bezahlbar bleiben. Eine beständige Fluktuation ist gewollt, so dass immer wieder andere Wohnungsberechtigte zum Zuge kommen können, wenn die Bestandsmieter eine größere Wohnung auf dem Markt gefunden haben.

Ende April startet die Expressbuslinie X80 von Puchheim nach Moosach. Durch diese neue Tangentialverbindung braucht man nicht mehr in die Münchner Innenstadt, um in den Norden zu kommen. Außerdem kann man den Bus als Notfalllinie beim Ausfall der S4-West nutzen: mit der U-Bahn nach Moosach und dann mit dem Bus bis nach Puchheim. Dies verspricht eine wesentliche Verbesserung des ÖPNV und ist mit der Hoffnung verbunden, dass viele dann doch ihr Auto zu Hause stehen lassen. Immerhin kann man im Bus bestens lesen, zum Beispiel Puchheim aktuell.

Der längste Weg beginnt mit kleinen Schritten und je länger man unterwegs ist, desto mehr Erfahrung und Wissen hat man sich erlaufen. Wir sind in Puchheim schon einige Strecken unterwegs und ich hoffe, dass Sie hier Teilerfolge und Ziel erkennen sowie diese Richtung auch weiterhin unterstützen.

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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