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Kinderfreundliche Kommune

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

Mitte Oktober wurde ich zum UNICEF-Kongress „Child-Friendly-Cities-Summit“ eingeladen: ein internationales Treffen kinderfreundlicher Städte. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Köln und vielen Ecken der ganzen Welt haben zum Abschluss eine „Kölner Erklärung“ unterzeichnet, in der die Städte sich dazu verpflichtet haben, die Kinderrechte einzuhalten und die Kinderstimmen mehr zu berücksichtigen. Man könnte den Geist dieser Charta mit der Textzeile Herbert Grönemeyers zusammenfassen: „Die Welt gehört in Kinderhände“. Als Erster Bürgermeister der Stadt Puchheim habe ich diese Erklärung mitunterzeichnet. Ich habe mit gutem Gewissen unterschrieben, weil in Puchheim die Ziele dieser Charta akzeptiert sind. Und ich habe gleichzeitig mit dem Gefühl unterschrieben, dass wir Politikerinnen und Politiker damit in Verantwortung und Pflicht stehen, diese Ziele weit intensiver zu verfolgen.

Dies ist keine leichte Aufgabe angesichts einer eher überdurchschnittlichen Kinderarmut in Puchheim. Aber diese Herausforderung ist gestützt vom Willen, dass jedes Kind seine Chance bekommen muss, dass kein Kind zurückgelassen werden darf. Deswegen gibt es in Puchheim zum Beispiel einen Familienstützpunkt, Jugendsozialarbeit vor Ort, Schulfrühstück, Lern-und Lesepaten, Bürgerfonds, Trau-Dich-Projekt, eine Ausbildungsmesse im Jugendzentrum. All diese Maßnahmen setzen direkt beim Kind an. Entscheidend wird jedoch auch sein, zum Beispiel Wohnverhältnisse, Arbeitszeiten, Einkommenssituationen der Eltern kinderfreundlicher zu organisieren. Das ist zuallererst eine gesamtgesellschaftliche Entscheidung. Damit sich hier etwas ändert, müssen sich diejenigen einbringen können, die davon betroffen sind. Ansonsten entstehen Lösungen über den Kopf der Leute hinweg. Kinder und Jugendliche also müssen stärker in Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. Bei für sie relevanten Projekten muss es unser Anspruch sein, dass wir diese Projekte nicht für die Kinder hinstellen, sondern mit ihnen gemeinsam entstehen lassen. Dass Kinder und Jugendliche hier genauso wertvoll arbeiten wie Erwachsene, beweisen unter anderem der Bürgerdialog zur Stadtmitte-Entwicklung, der Schülerhaushalt, die Beteiligung beim Kennedy-Bürgerpark, die Aktion „Puchheim sagt Danke“ und die offizielle Vertretung durch den Jugendbeirat. Ich erlebe dies immer wieder, wenn Schulklassen ins Rathaus kommen, sei es im Unterricht der vierten Klasse oder beim Kommunalplanspiel.

Die Kinder und Jugendlichen leben in den nächsten Jahrzehnten mit den Entscheidungen, die jetzt getroffen werden. Deswegen gehört die Welt auch in ihre Hände. Die Organisation „Kinderfreundliche Kommune“ unterstützt Städte darin, dass sich Kinderrechte und Kinderpartizipation stärker verwirklichen lassen. Mit einem Siegel werden Städte für ihre Anstrengungen ausgezeichnet, mit einem Aktionsplan werden Kommunen zur Fortsetzung verpflichtet. Die Stadt Puchheim wurde Anfang November als zweite Kommune in Bayern mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Diese Prämierung erinnert an die Aufgabe, die Zukunft mit den Kindern zusammen zu gestalten, damit die nächsten Generationen eine gute Lebensgrundlage haben. Über diese Auszeichnung darf sich die Stadt Puchheim freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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