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Sich kümmern

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

das Ehrenamt kann man auf jeden Fall als den Kitt einer Gesellschaft bezeichnen. Ohne das freiwillige Engagement vieler Menschen würden einer Kommune die Menschlichkeit und das Miteinander fehlen. Die Kümmerer fangen Probleme auf und sorgen sich darum, dass das Zusammenleben funktioniert. So wichtig diese Helferinnen und Helfer, diese Nachbarinnen und Nachbarn, diese Verantwortungstragenden sind, so sehr muss man in Sorge darüber sein, dass es davon immer weniger gibt. Man kann von einer Krise des Ehrenamtes sprechen, die sich an vielen Stellen zeigt. Dort, wo niemand mehr Elternsprecher machen will oder kann. Dort, wo niemand mehr als Kassierer im Verein die tausend Kleinposten zusammenrechnet. Dort, wo sich zu wenige in die politische Arbeit einmischen wollen. Eine wesentliche Ursache für den Rückgang dieses Engagements ist in der Veränderung der Arbeitswelt zu suchen. Wenn alle bei Vollbeschäftigung ihre Zeit in der Firma verbringen, dann fehlt diese Zeit am Wohnort. Man ist vielleicht sogar gezwungen, dass beide Elternteile arbeiten, um die Betreuungszeit der Kinder bezahlen zu können, um die Mietkosten und die Mobilitätskosten zu erwirtschaften und um dem Trend der Zeit mit Mediastreaming, Freizeitpark und Smartphone einigermaßen hinterherzukommen.

Die Puchheimer Bürgerinnen und Bürger können stolz und glücklich sein, dass es in ihrer Stadt so viele Menschen gibt, die Zeit haben und sich Zeit nehmen für das Kümmern. Diesen Schatz, diese Ressource, dieses Geschenk gilt es zu sichern. Ein „Dankeschön“ dafür ist die kleinste Grundlage der Wertschätzung. Zusätzlich braucht es manchmal auch Gegenleistungen: die Einladung zum Kabarettabend auf dem Volksfest, ein Essen für die Asylhelfer oder die Übernahme der Getränkekosten bei der Schulweghelferfeier. Eine besondere Würdigung des Engagements im Alltag, Ehrenamt, Beruf und Betrieb stellt der Preis PUCHHEIMS PULS dar. Und für die Akquise neuer Ehrenamtlicher gibt es die Ehrenamtsbörse, die durch das Mehrgenerationenhaus ZaP koordiniert wird.

Bei all den Bemühungen muss es gelingen, eine Balance zwischen Arbeit und sozialem Leben zu finden. Hierzu müssen sowohl Politik als auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen beitragen. Die Kommune kann das „Miteinander und Zusammen“ aller fördern, indem wir beispielsweise in den Kindereinrichtungen und Schulen Wissen und soziale Kompetenzen vermitteln und den Eltern Unterstützung bei ihrer Sorgearbeit bieten. Wir können Treffpunkte einrichten, die das Gespräch und Zusammenkommen der verschiedenen Generationen, Kulturen und Traditionen ermöglichen, und wir können über soziale Institutionen Schwierigkeiten und Hilfebedarfe professionell bearbeiten.

Ich sehe in unserer Stadt eine große Bereitschaft, sich umeinander zu kümmern. Das lässt mich mit großer Zuversicht in das neue Jahr gehen. Ihnen wünsche ich ein wunderbares Weihnachtsfest, eine entspannte Zeit zwischen den Jahren und ein gesundes, glückliches und gelingendes neues Jahr.
 

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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