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Plädoyer für Optimismus

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

ein gutes neues Jahr 2020! „Wird’s besser? Wird’s schlimmer? – fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Auch die Zukunft ist immer lebensgefährlich.“ So könnte Erich Kästner geschrieben haben.

Ein wenig hängt die Antwort auch schon von uns selbst ab. Oft ist es so, dass man miesepetrig und freudlos an eine Sache rangeht und dann die Wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass es schief geht oder nicht klappt. Das nennt man dann „Selbsterfüllende Prophezeiung“. Soziologisch sind solche Phänomene gar nicht so selten: Wer an die Katastrophe glaubt, wird sich so verhalten, dass alles darauf zuläuft. Und das berühmte halbe Glas Wasser ist dann eben immer halb leer. Aber rennt man nicht auch in den Abgrund, wenn die Warnsignale nicht ernst genommen werden und man nur alles schönredet? Ohne die Probleme der Welt zu klein zu machen, möchte ich am Anfang des Jahres dann doch ein Plädoyer für Optimismus anbringen. Bei aller „5-vor-12-Symbolik“ darf man schon auf die Vernunft und den guten Willen der Menschen hoffen. Das Bild, das bezüglich des Klimawandels an die Wand gemalt wird, ist schon sehr düster und bedrohlich, so dass ziemliche Angst vor der Zukunft entsteht. Aber erstens lähmt Angst mehr, als dass sie verändert, und zweitens glaube ich nicht daran, dass unsere Zukunft wirklich schlechter wird. Zumindest meine bescheiden kurze Lebenserfahrung lehrt mich, dass wir besser leben, moderner wohnen und mehr Wohlstand haben als es in den Siebziger-, in den Achtziger- und den folgenden Jahren der Fall war. Das gilt selbstverständlich auch für den Umweltbereich und selbst für die Welt im Ganzen. Damals, in den „guten alten Zeiten“ gab es genauso die Untergangsszenarien und die drohenden Propheten. Aber es gibt eben auch diejenigen, die Lösungen suchen und Veränderungen mitmachen, und solche Menschen brauchen Ermutigung und Unterstützung.

Eine Sache allerdings kann man mit keinem Fortschrittsglauben und Grundvertrauen in die Menschheit auffangen: Krieg. Wenn sich die Spirale von Gleichgültigkeit und Resignation nach unten hin zu Hass und Habenwollen weiter geschraubt hat, dann bleibt in der Tat nur Ratlosigkeit und Zukunftsangst.

Glücklicherweise sind wir in Deutschland von kriegerischen Konflikten räumlich weit entfernt. Und dieses Glück sollten wir dafür einsetzen, dass an anderen Orten der Welt der Frieden entwickelt werden kann, alleine aus einer Dankbarkeit für die eigenen Lebensumstände heraus.

Also dann: mit Zuversicht und gutem Mut hinein in das neue Jahr. Glück muss freilich schon dazu kommen und ganz wichtig ist, dass man gesund ist und bleibt. Meine vielfältigen positiven Erfahrungen und der rege Austausch mit Ihnen, liebe Puchheimerinnen und Puchheimer, stimmen mich optimistisch. Und wenn Ihnen noch ein paar Sprüche oder Vorsätze für 2020 fehlen, könnte ich folgende Zitate anbieten: Jede Schwierigkeit, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart. Die Gegenwart ist der größte Baustein der Zukunft. Blicke nicht zurück, die Zukunft wird besser.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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