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Der Puchheimer Stadtnatur-Pfad

Seit Jahren fördert die Stadt durch verschiedene Maßnahmen die Biodiversität im Stadtgebiet sowie das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt. Als Beispiele seien hier die Beteiligung am Projekt „Brucker Land blüht auf“ im Jahr 2018 genannt sowie das Projekt Stadtbeete Puchheim, das im Jahr 2016 gestartet wurde. 2019 wurde der Stadtnatur-Pfad errichtet. Für den Stadtnatur-Pfad, der über das Bayerische Städtebauförderprogramm gefördert wurde, stand eine Fläche von ca. 600 m2 zur Verfügung. Der ehemalige asphaltierte Gehweg des zentral gelegenen Planiewegs wurde entsiegelt und anschließend mit einer artenreichen Magerwiese mit autochthonem Saatgut eingesät.

Vier Stationen

Außerdem wurde ein Lehrpfad mit vier verschiedenen Stationen eingerichtet. Dort informieren Tafeln über die Bedrohung verschiedener Lebensräume und geben Tipps, wie diese erhalten, bzw. neu geschaffen werden können und ein Beitrag zu mehr Artenvielfalt und zum Klimaschutz geleistet werden kann.

Stadtbeete

An der ersten Station wird das Projekt Stadtbeete präsentiert. Hierfür sind zwei Tischbeete aufgestellt, die mit Gemüse und Kräutern bepflanzt sind. Diese werden von Puchheimer Bürger:innen in Eigenregie bepflanzt und gepflegt. Geerntet werden darf von allen! Die angepflanzten Kräuter und Gemüsepflanzen stellen zudem eine Bereicherung des Nahrungsangebots für Insekten dar.

Wildbienen und Honigbienen

Die zweite Station hat den Rückgang der Insektenarten, seine Ursachen und seine Auswirkungen zum Thema. Auch hier gibt es zwei Infotafeln. Eine informiert über Wildbienen, ihre Ansprüche an den Lebensraum und Nahrungspflanzen, die Ursachen für ihren Rückgang und Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation beitragen können. Ein wichtiger Schritt ist das Anlegen von artenreichen Blumenwiesen. Die Einsaat der Magerwiese ist ein gutes Beispiel dafür, wie Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten, insbesondere Wildbienen, geschaffen werden können. Eine Nisthilfe bietet Brutmöglichkeiten für verschiedene Wildbienenarten wie Mauerbienen, Scherenbienen, Maskenbienen und Löcherbienen. Um interessierte Besucher:innen über das Thema Honigbienen zu informieren, wurde zur entsprechenden Infotafel eine interaktive Bienenbeute installiert. Auf Knopfdruck kann das Summen der Bienen gehört werden, Klapptafeln informieren über das Leben der Honigbiene. Die interaktive Bienenbeute trägt außerdem dazu bei, dass der Stadtnatur-Pfad auch für Kinder interessant und spannend ist.

Magerwiese

Die nächste Station befasst sich mit der Magerwiese und stellt den Zusammenhang zur Landwirtschaft dar. Hier gibt es neben einer entsprechenden Infotafel drei Holzschafe, die die Landwirtschaft symbolisieren. Die Holzschafe können aber auch zum Sitzen und Klettern verwendet werden. Die Schulkinder der nahegelegenen Grundschule nehmen dieses Angebot gerne an. Magerwiesen zählen zu den artenreichsten Pflanzengesellschaften Mitteleuropas. Ausgewählt wurde autochthones Saatgut mit besonders trittfesten Arten, da die Fläche begehbar sein sollte.

Gebäudebegrünung

Die letzte Station befasst sich mit den Themen Fassadenbegrünung und Dachbegrünung. Beide können einen wichtigen Beitrag zu mehr Biodiversität leisten, da sie Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten und Vögel sind. Gerade in den städtisch geprägten Bereichen spielen die Begrünung von Gebäuden eine wichtige Rolle, nicht zuletzt, weil sie sich positiv auf das Klima in den Städten auswirkt. Das Thema Dachbegrünung wird zudem durch ein entsprechend geneigtes Beet, das mit einer typischen Dachbegrünungs-Flora eingesät, bzw. bepflanzt wurde, vermittelt. Auch hier gibt es somit neben der reinen Information auch einen zusätzlichen Gewinn für die Artenvielfalt. Um das Thema Fassadenbegrünung darzustellen, wurden drei Spaliere bepflanzt, die ein Palettensitzmöbel flankieren.

Ein Ziel des Stadtnatur-Pfads ist es, einen weiteren Beitrag zur mehr Biodiversität in der Stadt zu leisten. Dieses Ziel ist durch die Ansaat der Magerwiese und die Bepflanzung der Tischbeete erreicht worden. Ein weiteres Ziel war es, verschiedene Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt aufzudecken und Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität vorzustellen. Durch eine naturnahe Gestaltung von Grünflächen und Gärten kann beispielsweise jeder einen Beitrag leisten. Wichtig erschien es auch, Maßnahmen der Stadt zur Förderung der Biodiversität und zum Klimaschutz aufzuzeigen.

Neben der Förderung der Biodiversität und der Bewusstseinsbildung sollte ein Bereich mit Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Die Puchheimer:innen aller Altersklassen sollen ihren Stadtnatur-Pfad auch nutzen und genießen können. Dazu wurden mehrere Sitzgelegenheiten installiert. Außer dem von Spalieren umrahmten Palettensitzmöbel gibt es eine Baumelbank und eine Parkbank, die jeweils einen schönen Blick in die Landschaft ermöglichen. Für Kinder sind sicherlich die Schafe, auf denen sie sitzen und herumklettern können, ein Highlight.

Zu guter Letzt gibt es für Jung und Alt einen Bereich, an dem Boule gespielt werden kann. Der Stadtnatur-Pfad kombiniert somit den Gedanken des Naturschutzes und der Artenvielfalt mit der Nutzung für Freizeitbelange. Damit wird gezeigt, dass sich diese Themen nicht gegenseitig ausschließen, sondern eine Kombination erfolgreich und sinnvoll ist.

Im Dezember 2020 wurde der Stadtnatur-Pfad im UN-Dekade-Wettbewerb als vorbildliche Maßnahme für biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Jahre 2011 bis 2020 wurden von den Vereinten Nationen zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Bereits zum zweiten Mal wurde im Wettbewerb ein Projekt der Stadt Puchheim bedacht. Im Jahr 2018 erhielt das Projekt Stadtbeete die Auszeichnung.

Foto: Freuen sich über die Auszeichnung beim UN-Dekade-Wettbewerb (v.l.): Erster Bürgermeister Nobert Seidl, Projektleiterin Monika Dufner (Umweltamt Stadt Puchheim), Umweltpädagogin Anke Simon (Ortsgruppe Puchheim im BUND Naturschutz), Damian Chwolik (Bauhof Stadt Puchheim) und Johanna Diller.

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