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Bürgerversammlung Puchheim-Ort

Erster Bürgermeister Seidl bei seinem Bericht

Zur Bürgerversammlung für Puchheim-Ort begrüßte Erster Bürgermeister Norbert Seidl die rund 90 anwesenden Bürgerinnen und Bürger im Pfarrheim Maria Himmelfahrt. Er dankte dem Puchheimer Blasorchester für die musikalische Umrahmung sowie allen Beteiligten für die Vorbereitung der Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt dem Hausherrn, Pfarrer Stefan Menzel. Dieser hieß die Anwesenden willkommen und betonte, er stelle das Pfarrheim gerne für die Bürgerversammlung zur Verfügung. Er lege großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche.

Der Erste Bürgermeister begann seinen Bericht mit einem Blick auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 2012 und stellte fest, dass diese relativ stabil seien. Er kommentierte dies mit den Worten: „Eigentlich seid's ihr immer die gleichen."

Anschließend schaute Seidl auf die Ereignisse in Puchheim-Ort im Jahr 2025 zurück. In der Dorfstraße habe die städtische Wohnraumentwicklungsgesellschaft (WEP) acht neue Wohnungen geschaffen. Am Gröbenbach seien erste Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt worden – das Bachbett sei verbreitert und das Ufer befestigt worden. Das Thema müsse aber weiterverfolgt werden. Auf dem Friedhof seien drei neue Doppelstelen für Urnennischen eingeweiht worden. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Laurenzer Schule verzögere sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Vergabe an Baufirmen, solle aber bis Ende des Schuljahres abgeschlossen sein. Das neue Kinderhaus Mitterlängstraße sei rechtzeitig fertiggestellt worden und diene derzeit als Ausweichquartier für drei Schulklassen. Sobald diese wieder in der Schule untergebracht werden könnten, könne das Haus für die kleinen Kinder geöffnet werden. Neue Ladesäulen seien an der Alten Bahnhofstraße errichtet worden, weitere am Laurenzer Weg seien geplant. Der Wildbienengarten sei mit viel Herzblut gepflegt worden und habe die Auszeichnung, die er 2025 erhalten habe, verdient. Der Umbau des Feuerwehrhauses stehe kurz vor dem Abschluss. Die Flurbereinigungsgenossenschaft habe den Drischlweg instandgesetzt, der nun als Schulweg und für die Landwirtschaft gut genutzt werden könne.  Am Parsberg habe ein größerer Abschnitt gerodet werden müssen. In Kooperation mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten sei ein Aufforstungsprojekt mit rund 2.000 klimaresistenteren Setzlingen initiiert worden. Seit diesem Schuljahr sorgten Schulweghelfer an der Laurenzer Schule für mehr Sicherheit der Kinder.

Der Bürgermeister lobte die gemeinschaftlichen Initiativen wie das Maibaum-Aufstellen, das Theater und das Brotbackhaus-Projekt in Puchheim-Ort. Die Feuerwehr Puchheim-Ort habe 2025 insgesamt 68 Einsätze verzeichnet. Der Bürgermeister betonte, dass alle Einsätze durch ehrenamtliche Kräfte abgedeckt werden, und warb ausdrücklich um weitere Mitglieder.

Anschließend ging Seidl auf gesamtstädtische Entwicklungen ein. Zum Geothermieprojekt berichtete er von der Gründung der Zukunftswärme M West und einer laufenden Machbarkeitsstudie. Mit der Gründung des Zweckverbands München West strebe man den gemeinsamen Erwerb von Flächen für Infrastruktur, Ausgleichsmaßnahmen und Hochwasserschutz an.

Die finanzielle Lage der Stadt sei stabil, der Haushalt 2026 von der Kommunalaufsicht genehmigt. Die Kommunale Wärmeplanung sei am Vortag vom Stadtrat beschlossen worden. Für Puchheim-Ort böten sich vor allem Wärmepumpen und gegebenenfalls Nahwärmenetze an, Fernwärme sei aufgrund der Bebauungsstruktur unwirtschaftlich.

Für das Baugebiet Alpenstraße sei ein Wettbewerb ausgeschrieben worden. Für die neue Stadtmitte befinde sich ein Wettbewerbsentwurf in der Konkretisierungsphase, für die Lochhauser Straße werde ein Rahmenplan erarbeitet.

Der Bürgermeister resümierte, 2025 sei ein „ganz normales" Jahr gewesen. Viele Entwicklungen seien vorbereitet worden, die der neue Stadtrat mit eigenem Stempel fortführen könne. Die Stadt sei finanziell gut aufgestellt und verfüge über eine leistungsfähige Verwaltung. Er schloss seinen Bericht mit dem Dank an die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die Stadträtinnen und Stadträte, Feuerwehr, Polizei, Pflegedienste und soziale Einrichtungen, die ehrenamtlich Tätigen, die Beiräte, das Organisationsteam für die Bürgerversammlung im Bürgermeisteramt sowie alle Bürgerinnen und Bürger.

Ein Vertreter des Behindertenbeirats wies darauf hin, dass dieser neu besetzt werde und Mitglieder suche, auch aus Puchheim-Ort. Interessierte könnten sich bis 22. Mai melden.

Die Fragen und Wortmeldungen aus dem Publikum betrafen unter anderem die Kommunale Wärmeplanung. Ob Beratungsangebote für Eigentümerinnen und Eigentümer geplant seien, die nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können, wollte ein Bürger wissen. Der Erste Bürgermeister antwortete, die kommunale Wärmeplanung mache keine Vorgaben dazu, welche Heizung eine Eigentümerin oder ein Eigentümer zu nutzen habe, jeder sei selbst verantwortlich. Die Stadt könne jedoch beratend zur Seite stehen und möglicherweise Kommunikationsprozesse auf Quartiersebene begleiten. Eine Bürgerin fragte, ob geplant sei, mehr Angebote für Kinder und Jugendliche in Puchheim-Ort zu schaffen. Seidl antwortete, Kinder und Jugendliche lägen ihm sehr am Herzen. Der Bau einer Dirtbike-Anlage sei wünschenswert, baurechtlich aber nicht möglich gewesen. Der Kommandant der Feuerwehr wies darauf hin, dass die Jugendfeuerwehr ab 12 Jahren offenstehe und eine gute Möglichkeit zur Einbindung junger Menschen biete. In einer weiteren Wortmeldung wurde betont, dass es wichtig sei, Jugendliche aktiv in das Vereinsleben zu integrieren. Der Erste Bürgermeister sagte zu, die Anregung zu erweiterten Öffnungszeiten des Jugendraums in der Stadtverwaltung zu thematisieren. Bezüglich der Laurenzer Sporthalle wurde bemängelt, dass das Fußballtraining im Winter manchmal nach Puchheim-Bahnhof verlegt werden müsste, weil die Laurenzer Turnhalle belegt sei. Zudem sei der Parkplatzmangel am Laurenzer Weg ein wiederkehrendes Problem, insbesondere bei Veranstaltungen. Der Erste Bürgermeister antwortete, die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Parkplätzen sei vorhanden. Die Hallenzeiten würden proportional nach der Einwohnerzahl vergeben, die Sporthallen gehörten nicht den einzelnen Ortsteilen, sondern der gesamten Stadt. Auf die Frage nach einer Sanierung der Lohfeldstraße antwortete Seidl, im Stadtgebiet seien insgesamt 800 km Straßen zu unterhalten. Alle Straßen seien begutachtet und nach Dringlichkeit bewertet worden. Die Lohfeldstraße befinde sich dabei nicht in der dringlichsten Kategorie, Tiefbaumaßnahmen seien daher derzeit nicht vorgesehen. Weitere Fragen betrafen die Möglichkeit einer Überdachung der Fahrradständer an der Schwarzäckerstraße, das Aufstellen einer Bank an der Alten Bahnhofstraße sowie eines Unterstands und eines Mülleimers an der Haltestelle Schwazäckerstraße. Seidl sagte zu, diese Themen zu prüfen. Auf die Frage, ob der schon einmal angedachte Standort für die Geothermiebohrung erneut in Frage kommen könne, antwortete der Bürgermeister, dass kein Standort ausgeschlossen sei.

Seine Schlussworte stellte der Erste Bürgermeister unter das Thema „Miteinand“:  Heimatgefühl könne identitätsstiftend sein — wichtig sei jedoch, dass Identität nicht durch Abgrenzung gegenüber anderen definiert würde.  Als besonders gelungenes Symbol für gelebte Gemeinschaft in Puchheim-Ort hob er das Backhaus-Projekt hervor, das der Ort gemeinsam ausgesucht und zusammen gestaltet habe. Er schloss mit den Worten: „Wenn die Antwort auf die Frage ‚Was hat der Seidl eigentlich in Puchheim-Ort gemacht? ', ‚Brotbackhaus' ist, würde mir ausreichen."

Oboenspieler, Oboenspielerin und Tubaspieler beim Musizieren

Foto: Mitglieder des Puchheimer Blasorchesters sorgten für die musikalische Umrahmung.

Pfarrer Stefan Menzel und Erster Bürgermeister Norbert Seidl bei der Begrüßung

Foto: Pfarrer Stefan Menzel und Erster Bürgermeister Norbert Seidl

Veröffentlicht im März 2026.

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