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Bürgerbrief

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

fast 5.000 Tage, gefühlt 50.000 Unterschriften und wahrscheinlich weit über 500 Sitzungen. Das ergibt 14 Jahre Bürgermeisterzeit in Zahlen. Wenn mir jemand diese Zahlen am 15. September 2012 angedeutet hätte, hätte ich mir erstens wenig darunter vorstellen können und mich zweitens auch nicht davon abhalten lassen, Bürgermeister mit vollem Einsatz und absoluter Entschlossenheit werden zu wollen. Ob ich diesen Plan einlösen konnte, werden unterschiedliche Menschen unterschiedlich beurteilen. Der Wille war auf jeden Fall da. Und wie sagt man so schön: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Am 30. April 2026 ist meine Zeit als erster Bürgermeister der Stadt Puchheim vorbei. Am 1. Mai übernimmt dieses Amt Thomas Hofschuster, dem ich viel Erfolg und Glück wünsche bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe.

Ich bin nicht der Typ, der lange in die Vergangenheit schaut. Mir fällt beim Überlegen immer ganz schnell etwas Neues und für die Zukunft Wichtiges ein. Aber bei meinem letzten Brief an die Puchheimer Bürgerinnen und Bürger, die mir alle ans Herz gewachsen sind, lässt es sich nicht ganz vermeiden, ein wenig Bilanz zu ziehen. Ich hatte von Anfang an die Grundidee, dass wir uns um den Zusammenhalt der 22.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Puchheim kümmern. Selbstverständlich müssen die Basisleistungen einer Verwaltung funktionieren, und an dieser Stelle kann ich mit größter Anerkennung allen Mitarbeitenden der Stadt danken, die diese Leistung tagtäglich erbringen. Puchheim kann stolz sein, eine so kompetente und motivierte Stadtverwaltung zu haben.

So abgedroschen der Slogan „Gestalten statt Verwalten“ ist, so viel Potenzial steckt in diesem Versprechen. Das Zusammenleben einer Stadt zu organisieren, Verbindungen zu stärken, Leute zu aktivieren, Einladungen auszusprechen, Ideen aufzugreifen, Angebote zur Mitarbeit zu machen und Strukturen für Engagement aufzubauen – das habe ich unter Gestaltung verstanden. Dafür braucht es Projekte wie das Bürgerbudget oder Formate wie das Volksfest. Es braucht Netzwerke wie die Kinderfreundliche Kommune und Einrichtungen wie die Stadtbibliothek. Und es braucht auf jeden Fall Ressourcen, die Entwicklung und Gestaltung zulassen und ermöglichen. Letzteres betrifft insbesondere bedeutende Infrastrukturprojekte: Sanierung, Erweiterung und Modernisierung der Schulgebäude inklusive Hallenbad, der Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen, der Erwerb von Grundstücken für Entwicklungsmaßnahmen, die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft, die Ausarbeitung von Rahmenplänen und Bebauungsplänen, die Beteiligung an neuen Gesellschaften. Für all diese eher abstrakten Begriffe lassen sich sehr viele konkrete Maßnahmen nennen, die in den letzten 14 Jahren realisiert werden konnten. Mit diesen ganzen Bausteinen und Instrumenten kann der neue Stadtrat weiterarbeiten, um die Stadt zukunftsfähig zu halten: Wohnen in der Alpenstraße, Bildung in der Stadtmitte, Struktur in der Lochhauser Straße, finanzielle Stabilität durch Gewerbeflächen, regenerative Wärmeversorgung durch Geothermie, Klimaresilienz durch Schutzkonzepte. Das sind die wichtigsten Aufgaben, die bearbeitet werden müssen. Dass diese Herausforderungen nicht ganz einfach und vor allem nicht ganz schnell erledigt werden können, habe ich in den letzten 5.000 Tagen mitunter leidvoll lernen dürfen – wobei im Rückblick dann ja doch eine ganze Menge realisiert wurde.

Liebe Puchheimerinnen und Puchheimer, das war's mit mir als Bürgermeister. Mir wurden in diesen fast 14 Jahren so viele wertvolle Erfahrungen, Erlebnisse und auch Erkenntnisse geschenkt, dass ich keinen Tag missen möchte – fast keinen. Und ich bin für diese Zeit ausnahmslos dankbar: dankbar Ihnen gegenüber, den Menschen in Puchheim, die sich füreinander interessieren, die sich engagieren und miteinander hier leben. Setzen Sie sich weiter für diese Haltung der gegenseitigen Wertschätzung ein und unterstützen Sie die Kleinen und weniger Starken. Danke, dass Sie es mir ermöglicht haben, Ihr Bürgermeister zu sein. Es war mir eine große Ehre.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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