
Die diesjährige Bürgerversammlung für Seniorinnen und Senioren der Stadt Puchheim fand am 17. Juni 2026 im Puchheimer Kulturcentrum PUC statt. Rund 55 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt. Erster Bürgermeister Thomas Hofschuster begrüßte die Anwesenden und freute sich, die Versammlung als eine seiner ersten Amtshandlungen durchführen zu dürfen.
In seinem Bericht gab der Erste Bürgermeister einen allgemeinen Überblick über die Themen und Angebote für Seniorinnen und Senioren. Er betonte, dass es ihm wichtig sei, Puchheim als Stadt für alle Generationen zu gestalten – ein Miteinander in der Stadt sei dabei entscheidend, ebenso die Weiterentwicklung der Angebote für Seniorinnen und Senioren.
Hofschuster erläuterte, dass die Gruppe der älteren Menschen in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen sei, ein Grund dafür sei die hohe Lebensqualität in Puchheim. Die aktuellen Daten zeigten, dass ältere und jüngere Bevölkerungsgruppen ungefähr gleich groß sind. Daran müsse die Stadt ihre Planungen ausrichten: zum Beispiel durch den Bau barrierefreier Wohnungen und Plätze für betreutes Wohnen, aber auch mit Blick auf Spielplätze und den Erhalt des Jugendzentrums. Die Verkehrsplanung solle zur Lebensqualität aller Generationen beitragen. Der Blick in die Zukunft lasse sowohl einen Anstieg der Hochaltrigkeit als auch ein Wachstum in der Altersgruppe der 6- bis 24-Jährigen erwarten.
Für den Bereich Finanzen und Wirtschaft betonte der Erste Bürgermeister die Bedeutung von Perspektiven für Einzelhandel und Nahversorgung. Dazu gehöre die gerade fertiggestellte Rahmenplanung für die Lochhauser Straße. Sie ermögliche es, Freiflächen attraktiver zu machen, Barrieren abzubauen, die Straße für die Geschäftswelt aufzuwerten und durch Nachverdichtung zentrumsnahes Wohnen zu schaffen. Man wolle die Stadtentwicklung aktiv gestalten – dies müsse aber finanzierbar bleiben.
Von der äußerst schwierigen finanziellen Lage der Kommunen sei auch Puchheim betroffen, weshalb der Haushalt konsolidiert werden müsse. Hofschuster zeigte sich zuversichtlich, dies gemeinsam zu schaffen, machte aber deutlich, dass die Stadt nicht mehr alles finanzieren könne. Damit gewinne das Ehrenamt und das Angebot der Vereine an Bedeutung.
Beim Thema Sicherheit und Verkehr wolle man Rücksicht auf alle Verkehrsteilnehmenden nehmen und weiter Barrieren abbauen. Die Stadt verfolge das Ziel eines barrierefreien Bahnhofs. Für heiße Tage biete der Hitzeaktionsplan Unterstützung. Auch den Katastrophenschutz habe die Stadt im Blick, wobei auch die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger wichtig sei.
Anschließend ging der Bürgermeister auf die vielfältigen Angebote der Stadt für Seniorinnen und Senioren ein. Die Stadtverwaltung biete beispielsweise eine Sprechstunde für Seniorinnen und Senioren und eine Rentenberatung an. Im Haus der Begegnung gebe es Außensprechstunden verschiedener Beratungsstellen sowie Angebote aus den Bereichen Freizeit, Kultur und vieles mehr. Weitere Beispiele seien die ehrenamtliche Seniorenbegleitung, die Rikscha-Fahrten für Seniorinnen und Senioren oder der Seniorennachmittag auf dem Volksfest, den man trotz organisatorischem und finanziellem Aufwand beibehalten wolle.
Zum Abschluss seines Berichts nahm Thomas Hofschuster noch einmal Bezug auf die angespannte Haushaltslage: Sparen sei zwar schwieriger als ausgeben, könne aber durch sorgfältige Überlegung auch zu Verbesserungen führen.

Abschließend stellte er die Ansprechpartnerin für die Belange von Seniorinnen und Senioren bei der Stadtverwaltung, Verena Weyland (auf dem Foto links), sowie die neu gewählte Seniorenreferentin Jenny Dinges (rechts) und den Seniorenreferenten Hans Knürr vor. Dinges berichtete, sie habe durch ihre Arbeit als Physiotherapeutin viel Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern und deren Anliegen. Wichtig seien ihr der Generationendialog und die Vertretung sozialer Themen. Sie freue sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Hans Knürr auf ihre neue Aufgabe.

In Vertretung des Vorsitzenden des Seniorenbeirats berichtete Beiratsmitglied Bernhard Ufholz (Foto) über die Arbeit des Gremiums. Er betonte, es sei wichtig, insbesondere die weniger aktiven Seniorinnen und Senioren in den Blick zu nehmen und herauszufinden, welche Unterstützungsbedarfe diese vulnerable Gruppe habe.
Ufholz gab einen Überblick über die über 20 Projekte, die der Seniorenbeirat im vergangenen Jahr durchgeführt hat, darunter Kulturveranstaltungen, Radlausfüge oder das regelmäßig stattfindende Seniorenfrühstück. Auch beratend sei man tätig gewesen, etwa bei der Entwicklung des Hitzeaktionsplans und dem Bau des barrierefreien WCs am Grünen Markt. Ein besonderes Anliegen sei die Ausgabe von Notfalldosen für den Kühlschrank – diese sind beim Seniorenbeirat kostenlos erhältlich. Ufholz forderte die Anwesenden auf, ihre Anliegen an den Seniorenbeirat heranzutragen, und wies auf die Möglichkeit hin, regelmäßig Informationen des Gremiums zu erhalten.

Im Anschluss gab es zahlreiche Fragen und Wortmeldungen. Zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs erläuterte der Erste Bürgermeister, dass die Bahn aktuell eine Variantenprüfung durchführe, bei der auch barrierefreie Außengleise geprüft würden. Die Ergebnisse seien 2028 zu erwarten. Auch wenn die Stadt hier wenig Einfluss habe, werde er sein Möglichstes tun, um das Thema voranzutreiben. Auf die Frage, warum die Buslinie X80 an Sonn- und Feiertagen nicht verkehre, erklärte er, dass der Betrieb des ÖPNV sehr teuer sei und an die tatsächliche Auslastung angepasst werden müsse. Zum barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen berichtete er, dass der Stadtrat die Projektgenehmigung für die zweite Phase erteilt habe und die Ausschreibungen laufen.
Auf die Frage, wo er zu sparen beginnen wolle, antwortete Hofschuster, man werde alle Bereiche des Haushalts prüfen – das Rasenmäherprinzip wolle man dabei vermeiden. Weitere Fragen betrafen generationenübergreifende Angebote, den Alois-Harbeck-Platz sowie den Glasfaserausbau. Zu letzterem verwies der Bürgermeister auf die begrenzten Einflussmöglichkeiten der Stadt und empfahl, sich bei Fragen direkt an die Anbieter zu wenden.
Zum Wegfall von Parkplätzen in der Rainerstraße durch Versickerungsflächen erläuterte er, dass die eingerichteten Halteverbote notwendig seien, um eine Verdichtung der Flächen zu verhindern. Da es in der Straße keine Kanalisation gebe, müsse das Oberflächenwasser versickern können. Er habe Verständnis für den Unmut, und es werde derzeit geprüft, ob auf einzelne Versickerungsflächen verzichtet werden könne.
Weitere Wortmeldungen betrafen unter anderem die Unterbrechung des Fahrradstreifens auf der Allinger Straße an Einmündungen sowie den häufigen Ausfall der Straßenbeleuchtung. Zu weiteren Maßnahmen für den Hitzeschutz berichtete Hofschuster, dass man prüfe, ob der Brunnen am Gerner Platz wieder instandgesetzt werden könne; die Rahmenplanung für die Lochhauser Straße sehe entsprechende Bereiche vor. Bei Themen, die er nicht sofort beantworten konnte, sicherte der Bürgermeister eine Prüfung und die anschließende Information der Fragenden zu.
Nachdem keine weiteren Fragen gestellt wurden, dankte der Erste Bürgermeister den Anwesenden für ihr Kommen und ermutigte sie, ihre Anliegen jederzeit an die Stadtverwaltung zu richten.
Veröffentlicht im Juni 2026.