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Umweltbeirat der Stadt Puchheim informiert – Invasive Pflanzen in unseren Gärten

Neophyten sind Pflanzenarten, die in unseren Breitengraden nicht ursprünglich beheimatet sind, sondern als Garten- oder Nutzpflanzen eingeführt oder auch als blinde Passagiere auf den globalen Handelswegen unabsichtlich bei uns gelandet sind. Nicht alle können sich dauerhaft hier etablieren, für etliche von ihnen sind die klimatischen Bedingungen hierzulande jedoch mittlerweile so gut, dass sie sich ausbreiten. Das wird dann als invasiv bezeichnet. In Deutschland gelten etwa 30 Neophyten als problematisch. Vor allem gesundheitliche Gefahren für den Menschen, die beispielsweise von der hochallergenen Beifuß-Ambrosia ausgehen, und ökonomische Probleme für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft spielen dabei eine Rolle. Eine besondere Gefährdung stellen sie auch für geschützte Arten und Biotope dar.

Einige besonders aggressiv-invasive Arten, deren Ausbreitung unsere heimische Flora bedroht, sind u.a. Indisches Springkraut, Japan-Knöterich, Kanadische und Späte Goldrute, Riesen-Bärenklau und Beifuß-Ambrosia.

Bei der Bekämpfung einer dieser Arten wird zu großer Vorsicht geraten: Das Entfernen des Riesen-Bärenklaus, auch Herkulesstaude genannt, erfordert Schutzkleidung, da der Pflanzensaft bei Sonneneinstrahlung Hautschäden verursachen kann und zu verbrennungsartigen Verletzungen führt. Die stark allergisierenden Pollen der Beifuß-Ambrosia wiederum treten erst im Spätsommer auf und verlängern daher die Belastungsphase für Allergiker erheblich. Keinesfalls dürfen Pflanzenteile invasiver Arten in Natur und Landschaft entsorgt werden. Eine Kompostierung im eigenen Garten ist vertretbar, solange sich keine überlebensfähigen Samen oder Wurzeln/Rhizome in den Gartenabfällen befinden.

Weitere durchaus beliebte, aber hier nicht heimische Pflanzen finden sich als attraktive Zierpflanzen in fast jedem Garten, wie zum Beispiel Sommerflieder, Kirschlorbeer, Staudenlupine, Neubelgische Aster, Topinambur, Robinie und Essigbaum. Ihre Samen gelangen über die Ausscheidungen von Vögeln in die freie Natur. Unsere heimischen Insekten sind aber oft auf wenige bis einzelne heimische Pflanzenarten als Nahrungsquelle spezialisiert und angewiesen. Werden diese Pflanzen von den Neophyten verdrängt, verschwinden auch die Insekten, die wiederum als Nahrungsquelle für unsere Vögel, Amphibien und Kleingetier dienen. Ein Teufelskreis, der uns zunehmend unserer heimischen Flora und Fauna beraubt.

Die klare Empfehlung lautet daher, für die Gartenbepflanzung heimische Bäume, Sträucher und Stauden zu wählen. Diese schaffen Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen und fördern damit die Biodiversität. Lassen Sie sich hierzu in guten Gärtnereien und Fachbetrieben beraten.

Portaits der genannten Neophyten finden Sie in Kürze auf den Homepages der Stadt Puchheim und des Umweltbeirats.

Veröffentlicht im Juni 2026.

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